Tuchel erzwingt kurswechsel: fifa räumt fotografen beim wm-hymne um!
Ein Aufschrei aus der Coaching-Zone, der Wirkung zeigt: Thomas Tuchel, Coach der englischen Nationalmannschaft, hat die FIFA zur Änderung der Positionierung der Fotografen bei den Hymnen vor den WM-Spielen bewogen. Der Grund: Tuchel fühlte sich beim WM-Auftakt seiner Mannschaft gegen Kroatien von einer Mauer aus Kameras versperrt und verpasste den emotionalen Moment des Nationalgesangs.
Ein blickverlust, der schmerzt
Nach dem 4:2-Sieg gegen Kroatien ließ Tuchel seiner Frustration Luft. „Ich habe darum gebeten, die Position der Fotografen während der Nationalhymne zu ändern, weil ich meine Mannschaft nicht sehen konnte“, erklärte der Trainer. Die Situation sei für ihn „ein sehr besonderer Moment“ gewesen, der durch die Anwesenheit von rund 50 Fotografen vor der Bank getrübt wurde. „Ich konnte keinen einzigen Spieler sehen. Das hat das Erlebnis ein wenig ruiniert.“ Seine Worte fanden Gehör.
Die FIFA reagierte prompt und einigte sich mit Tuchel auf eine Anpassung des Protokolls. Zukünftig werden die Fotografen während der Nationalhymnen näher an der Mittellinie positioniert, um den Blick der Trainer und des Betreuerteams zu gewährleisten. Ein kleiner Sieg für die menschliche Komponente im großen Sportgeschehen.

Ein stadion, das angepasst werden musste
Ein besonderes Augenmerk galt dabei dem AT&T Stadium, der Heimat der Dallas Cowboys. Die Umwandlung in ein WM-Stadion war alles andere als trivial. Die Abmessungen eines amerikanischen Footballfeldes entsprachen nicht den FIFA-Vorgaben, sodass die Spielfläche um 1,2 Meter angehoben und ein reguläres Fußballfeld verlegt werden musste. Diese bauliche Veränderung reduzierte den Platz am Spielfeldrand, was sowohl für die Trainer als auch für die Fotografen Herausforderungen mit sich brachte. Dass Tuchel mit seiner Forderung eine solche organisatorische Anpassung bewirken konnte, zeugt von der Bedeutung, die die FIFA dem Feedback von Trainern beimisst.
Es bleibt abzuwarten, ob diese Veränderung auch in anderen Stadien während des Turniers umgesetzt wird. Fest steht: Tuchel hat mit seiner offenen Kritik nicht nur Aufmerksamkeit erregt, sondern auch einen positiven Beitrag zur Verbesserung der Rahmenbedingungen geleistet. Die Fußballwelt atmet auf – zumindest die Trainer, die nun ihre Spieler bei der Hymne in voller Pracht sehen können.
