Ttbl räumt den kalender: final-four-format beschert spielern atempause

Die Tischtennis-Bundesliga streicht zwei Playoff-Spiele und erfindet sich neu – Benedikt Duda atmt auf. „Endlich Luft“, sagt der EM-Zweite, „die Reform kommt genau zum richtigen Zeitpunkt.“

60 Jahre ttbl, ein novum: frankfurt wird zur mini-wm

Am 30. und 31. Mai beschließen vier Teams in der Festhalle die Saison – statt wie bisher in zwei Best-of-three-Serien mit bis zu sechs Begegnungen reichen zwei Matchtage. Für die Profis bedeutet das mindestens eine Partie weniger, maximal zwei. In einem Sport, in dem Spieler nach China, Korea und zurück fliegen, bevor der Koffer wieder zugeht, ist jeder freie Abend ein kleiner Sieg.

Der Modus ist denkbar simpel: Halbfinale Samstag, Finale Sonntag. Kein Hin- und Rückspiel, keine langen Reisen, keine Erschöpfung nach dem fünften Entscheidungssatz um 23.30 Uhr in Bremen, nur noch hochkonzentrierter Druck auf grünem Tisch. „Wir können frisch in die Entscheidung gehen“, sagt Duda, dessen TTC Schwalbe Bergneustadt um 13.00 Uhr gegen Rekordmeister Borussia Düsseldorf den Auftakt macht.

Die stunde der generalprobe fällt aus

Die stunde der generalprobe fällt aus

Traditionell dienten die Viertel- und Halbfinal-Serien als Feinschliff für die Finalisten. Wer schwächelte, konnte sich am zweiten Tag noch einmal neu justieren. Diesen Luxus gibt es nicht mehr. Ein durchwachsenes Gruppenspiel reicht, um die Saison zu beenden. „Der kleine Fehlerteufel hat jetzt ein Megafon“, schmunzelt Duda, „aber genau das macht den Reiz.“

Im zweiten Halbfinale (17.00 Uhr) treffen 1. FC Saarbrücken und Werder Bremen aufeinander – das Champions-League-Team gegen den Pokalsieger. Drei Vereine, drei verschiedene Etiketten, ein Ziel: den ersten Titel im neuen Format.

Die Ligaführung rechnet sich mehr als nur Erleichterung aus. Kürzere Playoffs bedeuten weniger Logistik, günstigere Reisekosten, ein kompakteres TV-Produkt und eine zweitägige Show, die sich wie ein Endturnier verkaufen lässt. Ob sich das langfristig durchsetzt, hängt vom Echo in Frankfurt ab – und davon, ob die Spieler tatsächlich frischer in die entscheidenden Bälle gehen.

Für Duda steht fest: „Wenn wir am Sonntag um 18.00 Uhr den Pokal heben, war die Reform ein Volltreffer.“ Keine Playoff-Marathon, keine Ausreden – nur noch 180 Minuten Tischtennis auf höchstem Niveau. Manchmal ist weniger eben doch mehr.