Cortés analysiert champions-league-finale: lyon könnte barcelona überraschen
Lluís Cortés, der erfahrene spanische Trainer, der bereits zwei Champions-League-Finales erlebte – einmal als Sieger, einmal als Verlierer – hat seine Expertise nun als UEFA-Beobachter bei der anstehenden Eurocopa 2025 zur Verfügung gestellt. Seine Einschätzung zum bevorstehenden Finale zwischen Barcelona und Lyon wirft ein interessantes Licht auf die taktischen Möglichkeiten und potenziellen Wendepunkte des Spiels.
Die stärken und schwächen beider teams
Cortés, der selbst den FC Barcelona trainierte und die Dynamik des Teams genau kennt, sieht eine klare Gegenüberstellung der Spielweisen. "Es wird ein spannendes Spiel“, prognostiziert er. "Beide Mannschaften verkörpern unterschiedliche Modelle, wobei jede ihre Stärken in Bereichen hat, in denen der Gegner Schwierigkeiten hat. Barcelona brilliert im Ballbesitz, doch der Verlust des Balls könnte Lyon in die Karten spielen, die in schnellen Kontern gefährlich werden.“
Er hebt hervor, dass Barcelona zwar spielerisch überlegen sein mag, Lyon jedoch eine stärkere Mannschaft aufweist. Ein entscheidender Faktor wird die Fähigkeit beider Teams sein, die Übergänge zu kontrollieren. "Wenn Barcelona die Übergänge beherrscht, können sie das Spiel gewinnen. Gelingt es Lyon, in dieser Phase überlegen zu sein, könnte Barcelona in Schwierigkeiten geraten.“
Patri Guijarro, eine Schlüsselfigur im Mittelfeld des FC Barcelona, wird von Cortés besonders gewürdigt. "Sie ist unverzichtbar für das Funktionieren des Teams. Es ist schwer vorstellbar, dass sie jemals eine individuelle Auszeichnung erhält, da sie nicht so viele Tore schießt oder Vorlagen liefert wie andere Spielerinnen, aber sie ist eine einzigartige Kraft im Spiel.“ Auch Caroline Graham Hansen wird als potenzieller Spielmacher für Barcelona genannt, während Melchie Dumornay und Lily Yohannes bei Lyon als Schlüsselspielerinnen identifiziert werden.

Ein überraschendes ergebnis?
Cortés wagt eine Prognose: "Ich würde auf ein 2:2 und anschließend ein Elfmeterschießen für Barcelona tippen.“ Seine Analyse der Trainer Giráldez und Romeu zeigt ebenfalls interessante Details. Giráldez sei eher der kalkulierende Typ, der alles bis ins kleinste Detail plant, während Romeu impulsiver und instinktgesteuert agiere. "In einem normalen Kontext würde ich auf Nummer sicher gehen, aber in diesem Fall, wo sich die Trainer so gut kennen, könnte der Überraschungseffekt einen Vorteil bringen, zumindest zu Beginn des Spiels.“
Cortés betont, dass Giráldez dem FC Barcelona durch seine Detailgenauigkeit und die Optimierung des Potenzials jeder Spielerin viel gebracht habe, während Romeu dem Lyon ein klares Spielsystem verliehen habe, das das Selbstvertrauen der Mannschaft gestärkt habe.

Die wertschätzung spanischer trainer im ausland
Nach seinen Stationen bei der ukrainischen Nationalmannschaft und aktuell bei Saudi-Arabien (bis 2027) betont Cortés die höhere Wertschätzung spanischer Trainer im Ausland. "Dort wird die Arbeit des spanischen Trainers deutlich mehr geschätzt als in Spanien. Es ist bedauerlich, dass wir Trainer das Land verlassen müssen, um uns besser entlohnen zu lassen und bessere Arbeitsbedingungen zu finden.“ Er kritisiert, dass in Spanien die Investition in den Trainerstab oft zu kurz komme. "Es geht nicht nur um gute Anlagen oder Charterflüge, sondern um ein hochwertiges Team, einschließlich Trainer, Assistenten, Fitnesstrainer, Analysten, Physiotherapeuten und Ärzte.“

Ein persönliches projekt: der campus
Neben seinen beruflichen Verpflichtungen engagiert sich Cortés in seinem eigenen Projekt, einem Campus, der dieses Jahr in Salou in seiner vierten Auflage stattfindet. "Es ist für mich etwas Besonderes, zurück zu den Wurzeln zu finden. Ich habe selbst mit 18 Jahren mit zwölf Mädchen angefangen und damals Geld verloren. Jetzt sind es viele mehr, aus ganz Spanien und darüber hinaus.“ Er freut sich über die Begeisterung der jungen Spielerinnen, die ihre Idole wie Alexia Putellas und Aitana Bonmatí nachahmen wollen. "Im Gegensatz zu den Jungen, bei denen es eher eine Investition ist, sehen die Mädchen den Fußball als eine echte Option.“
Die Zukunft wird zeigen, ob Cortés' Prognose eintrifft, aber seine Analyse bietet wertvolle Einblicke in die taktischen Feinheiten des bevorstehenden Finales. Ein Faktum bleibt jedoch: Der spanische Fußball exportiert nicht nur talentierte Spielerinnen, sondern auch hochqualifizierte Trainer, die weltweit Anerkennung finden.
