Tsv kottern: achterbahnfahrt der gefühle – von der krise zum hoffnungsschimmer!
Der TSV Kottern – ein Name, der in der Bayernliga Süd in den letzten Jahren für Kontinuität und solide Leistungen stand. Doch die aktuelle Saison gleicht einer turbulenten Achterbahnfahrt, die die Fans auf schmerzhafte Höhen und Tiefen schickt. Vom komfortablen Mittelfeld bis zu den Abstiegsgefahrten – die Allgäuer erleben eine Saison, die selbst erfahrene Fußballer an ihre Grenzen bringt.
Ein horrorstart und der rauswurf des trainers
Der Beginn der Saison war schlichtweg katastrophal. Nach zehn Spielen standen nur fünf Punkte auf der Habenseite – eine alarmierende Bilanz, die schließlich das Aus für Trainer Martin Dausch bedeutete. 16 Gegentreffer in seinen letzten vier Partien waren der deutliche Beweis für eine Abwehr, die jegliche Stabilität vermissen ließ. Ein Neuanfang war unausweichlich.
Andreas Maier übernahm das Ruder und erkannte schnell, wo die größten Probleme lagen: „Das war natürlich ein unterirdischer Schnitt. Daher wollten wir die Schotten dicht machen und weniger Gegentore bekommen“, erklärte der neue Coach. Und tatsächlich schien diese Strategie zu funktionieren. In den acht Spielen bis zur Winterpause hielt die Mannschaft den Gegner besser in Schach und kassierte im Schnitt lediglich einen Treffer pro Partie.
Doch die Erfolge kamen zu einem Preis: Offensiv blieb es stagnierend, aber die kompakte Defensive ermöglichte es, auch mit einem knappen Sieg erfolgreich zu sein. Der Jahreswechsel brachte dann eine erfreuliche Entwicklung: Nur noch ein Zähler fehlte auf den Relegationsplatz.

Personell dezimiert – die achterbahn nimmt fahrt auf
Die Hoffnung auf eine sorgenfreie Rückrunde wurde jedoch jäh gebremst. Bereits in der Vorbereitung plagt der TSV Kottern mit einer Vielzahl von Ausfällen. „Es soll keine Ausrede sein“, betonte Maier, „aber welche personellen Hiobsbotschaften wir seit der zweiten Vorbereitungswoche bis heute hatten, habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt.“ Schultereckgelenk-Verletzungen, Bänderrisse und Muskelbündelrisse dezimierten den Kader erheblich – teilweise standen nur noch Spieler aus der ersten Mannschaft auf dem Platz. Die Hilfe der U23 und U19 war unumgänglich, um überhaupt trainieren zu können.
Die Folgen waren dramatisch. Die Achterbahnfahrt setzte ihren Abstiegskurs fort. Der Rückstand auf die rettenden Ufer wuchs unaufhaltsam. Nach dem 0:3 gegen Kirchanschöring gab es deutliche Worte von Trainern und Verein an die Mannschaft.

Mentaler umschwung – ein lichtblick am horizont
„Zuletzt hat die Mentalität der Mannschaft nicht gepasst“, räumte Maier ein. Doch dann schien ein Funke Hoffnung aufzugehen. Im Auswärtsspiel gegen Schwaig präsentierte sich die Mannschaft mit einer neuen Entschlossenheit, zeigte, dass sie verstanden hat, worum es geht. Und gegen den Tabellenzweiten aus Landsberg gelang ein Remis, gefolgt von einem beeindruckenden 4:0-Sieg gegen Schalding-Heining – die beste Leistung unter Maier.
Die Gefahr des direkten Abstiegs scheint vorerst abgewendet zu sein. Doch der Kampf ist noch lange nicht entschieden. Der TSV Kottern muss nun zeigen, dass die zuletzt gezeigte Leistung kein einmaliger Ausrutscher war, sondern der Beginn einer neuen, positiven Entwicklung. Ob es für die Allgäuer noch an die Plätze über dem Strich reicht, wird die Saison zeigen – aber zumindest gibt es jetzt wieder Grund für Hoffnung und die Gewissheit, dass die achterbahn noch einmal steil bergauf fahren kann.
