Tsv kottern: achterbahnfahrt der gefühle – rettung in reichweite?

Der TSV Kottern – ein Name, der in der Bayernliga Süd in dieser Saison für Kopfschütteln und atemlose Spannung sorgte. Was als Horrorstart in die Saison begann, könnte am Ende doch noch in einer knappen Rettung enden. Ein Auf und Ab, das an eine Achterbahnfahrt erinnert, und das die Verantwortlichen, Spieler und Fans gleichermaßen auf Trab hielt.

Ein fehlstart, der den trainer kostete

Nach Jahren im sicheren Mittelfeld schien der TSV Kottern im Herbst 2023 den Kontakt zur Realität zu verlieren. Fünf Punkte aus zehn Spielen – eine Bilanz, die nicht nur die Fans, sondern auch Trainer Martin Dausch zu stellen hatte. Die Defensive war ein Sieb, 16 Gegentreffer in vier Partien zeigten deutlich, wo das Problem lag. Andreas Maier übernahm, und seine erste Aufgabe war klar: „Die Schotten dichtmachen und weniger Gegentore kassieren“, so der neue Coach.

Und Maier gelang es, die Abwehr zu stabilisieren. In den acht Spielen bis zur Winterpause wurde im Schnitt lediglich ein Treffer pro Partie genehmigt. Offensiv mag es nicht zur Hochform gereicht haben, aber eine stabile Defensive ist oft die Basis für erfolgreichen fußball. Der TSV Kottern befand sich zu diesem Zeitpunkt wieder im Aufwind, nur noch einen Punkt hinter Ismaning und somit in Schlagdistanz zu den Nichtabstiegsplätzen.

Personalkrise und mentale blockade

Personalkrise und mentale blockade

Die Vorbereitung im neuen Jahr wurde jedoch von einer Reihe von Verletzungen überschattet. „Es soll keine Ausrede sein, aber die personellen Hiobsbotschaften sind brutal“, klagt Maier. Schultereckgelenk-Verletzungen, Bänderrisse und Muskelbündelrisse dezimierten den Kader drastisch. Teilweise standen nur noch Spieler der ersten Mannschaft auf dem Platz, unterstützt von der U23 und U19. Die Achterbahnfahrt setzte ihren Abstiegskurs fort.

Doch die personellen Probleme waren nicht die einzige Ursache für die sportliche Talfahrt. „Zuletzt hat die Mentalität der Mannschaft nicht gepasst“, räumt Maier offen ein. Das 0:3 gegen Kirchanschöring verdeutlichte die Probleme, der Rückstand auf die rettenden Ufer wuchs auf zehn Zähler an – eine dramatische Situation.

Wiederbelebung und hoffnungsschimmer

Wiederbelebung und hoffnungsschimmer

Doch die Mannschaft zeigte Reaktion. Das 0:0 in Schwaig war ein erster Schritt in die richtige Richtung, gefolgt von einem überraschenden 1:1 gegen den Tabellenzweiten aus Landsberg. Der Höhepunkt war der 4:0-Erfolg am Ostermontag gegen den ehemaligen Regionalligisten Schalding-Heining. Eine herausragende Leistung, die den Verantwortlichen Hoffnung gibt. „Die Gefahr des direkten Abstiegs ist wohl ad acta gelegt“, so Maier. Vielleicht kann sich der TSV Kottern doch noch an die oberen Plätze heranschnuppern – dafür muss die Achterbahn nun aber bis zum Saisonende steil bergauf fahren.