Trent forrest zerreißt hapoel-traum: baskonia beendet horror-serie mit 118-109
Neun Spiele hat Kosner Baskonia gewartet. Neun Nächte voller Frust, verletzter Stolz und fast schon vergessener Siegeslust. Dann trat Trent Forrest auf das Parkett, und plötzlich funktionierte wieder alles: Die Defense schnürte Hapoel Tel-Aviv im dritten Viertel ein, der Angriff explodierte zu 118 Punkten – 118-109 stand es, als der Buzzer die Roten endgültig in die Realität zurückholte.
Forrests 29-efficiency: das k.o. aus dem nichts
29 Wertungspunkte schrieb der 25-Jährige neben 22 Zählern, sieben Rebounds und fünf Assists. Doch die Zahl täuscht. Entscheidend war sein Rhythmus, den er den Basken in den letzten zehn Minuten aufzwang. Beinahe jedes Israel-Angriff endete in einem verzweifelten Blakeney-Step-Back, während Forrest auf der Gegenseite den Ball wie einen Jo-Jo durch die Zone steuerte – einmal legte er Diakité, einmal fand er Kurucs in der Ecke, einmal nahm er selbst den Dreier. 15-3 lautete der Viertel-Run, der die Vitoria-Halle endlich wieder in einen Kessel verwandelte.
Vorher lagen die Gäste noch mit 78-87 in Rücklage, nachdem Elijah Bryant im ersten Viertel fast im Alleingang 19 Punkte gesammelt und Micic direkt nach der Pause per Dreier die Führung zurückgeholt hatte. Doch was in Tel-Aviv noch funktionierte, ging in Gasteiz in den Minuten 25 bis 35 in die Knie: 2/9 Freiwürfe, drei Ballverluste in Folge, kein Offensiv-Rebound. Einmal mehr offenbarte sich die Achillesferse des Itoudis-Systems: fällt der Ball nicht, folgt sofort der Kollaps.

Die defense, die niemand erwartete
Paolo Galbiati hatte seine Mannschaft in der Kabine offenbar nur eins gesagt: „Wenn wir jetzt nicht zupacken, fliegt ihr raus aus dem Play-In.“ Die Reaktion war ein 15-3-Teilrun, angeführt von Omoruyis Energy und Spagnolos Pressing. Zweimal blockte Diakité Motley, einmal schnappte Radzevicius Micic den Ball vom linken Handgelenk. Die Zahlen sind eindeutig: Hapoel erzielte im dritten Viertel nur 17 Punkte bei 31 % Feldwurfquote – ein brutaler Kontrast zu den ersten 20 Minuten, als beide Teams fast schon zu Basketball-Tennis übergingen.
Blakeney versuchte es noch mit zwei kontestierten Dreiern, die den Vorsprung auf sieben verkürzten. Doch Forrest antwortete mit einem Floater und einem And-One gegen Oturu, Micic verpasste den offenen Dreier aus 45 Grad – und die Halle explodierte. 4:12 Minuten vor Ende führte Baskioni erstmals mit zweistelligen Abstand, ein Satz, der in den vergangenen Wochen nur in die andere Richtung fiel.
Die Sieger rutschen damit auf Platz acht, Hapoel rutscht auf fünf – und plötzlich ist wieder alles drin. Die Euroleague-Saison ist lang, aber die Psyche ist kurz. Nach neun Niederlagen in Serie weiß Baskonia nun, dass ein einziger Heizer wie Forrest reicht, um die Saison neu zu starten. Und die Fans? Die sangen nach dem Abpfiff „Aúpa Baskonia“ so laut, dass man die nächste Niederlage schon wieder vergessen hatte.
