Tottenham stolpert spät, leeds fliegt davon – abstiegschaos in der premier league
Es ist der 95. Minute, als Georginio Rutter den Ball im Tor versenkt – und mit ihm die Resthoffnung von Tottenham. Was wie der erste Sieg des Jahres unter Roberto De Zerbi aussah, endet in Tränen: 2:2 gegen Brighton, 15. Pflichtspiel ohne Dreier, 31 Punkte, Platz 17. Die rote Zone ist kein Schatten mehr, sie ist Realität.
De zerbi sieht seine defensive am boden
Die Bilder sind rau: Verteidiger kauern auf dem Rasen, Wembley-Licht trifft auf feuchte Augen. Xavi Simons hatte mit einem Drehschuss aus 18 Metern noch die Führung beschert, doch Rutters spätes Tor zerstörte die Seelenarbeit von 94 Minuten. „Wir haben alles richtig gemacht, bis das Schicksal wieder zuschlug“, sagt De Zerbi, ohne seinen Blick vom Boden zu nehmen. Die Statistik ist gnadenlos: Seit dem 15. Dezember kein Erfolg, acht Punkte aus der Rückrunde, nur noch fünf Spiele Zeit.
Die Rechnung ist simpel. Gewinnt West Ham am Montag bei Crystal Palace (32 Punkte) und Nottingham Forest morgen gegen Burnley (33), liegt Tottenham vier Zähler hinter Rang 15 – bei nur noch 15 zu vergeben. Die Champions-League-Träume sind längst Asche, nun geht es ums reine Überleben. Der Klub, der im Februar noch den Meistertrainer holte, könnte erstmals seit 1977 in die zweite Liga rutschen.

Leeds feiert, bournemouth träumt europa
Während in North London die Sirenen heulen, fliegt Leeds mit 3:0 über Wolverhampton. Wilfried Gnonto, Pascal Struijk und ein Eigentor von Toti Gomes katapultieren die Elland-Road-Elf auf 39 Punkte – acht mehr als Tottenham, 13 über die Abstiegszone. Vier Spiele ohne Niederlage, Trainer Daniel Farke jubelt: „Die Jungs haben begriffen, dass sich Durchkommen lohnt.“
Auch Bournemouth schreibt Märchen. Der 2:1-Sieg in Newcastle bedeutet den 13. ligaspiel ohne Pleite. Justin Kluivert und Antoine Semenyo drehten die Partie, die Cherries springen auf Platz neun – nur drei Punkte hinter Chelsea, sieben vor Tottenham. Manager Andoni Iraola, der seinen Abschied schon verkündet hat, könnte der Europa League als Abschiedsgeschenk überreichen.
Die Tabelle unten brodelt. Brentford und Fulham trennen sich 0:0 – beide bleiben im Europa-Rennen, beide wissen: Ein Sieg gegen die Krisenklubs reicht vielleicht schon. Für Tottenham dagegen wird jeder weitere Schritt zum Gipfelsturm ohne Sauerstoff. Die Uhr tickt, die Lungen brennen. Am Ende zählt nur noch eins: Punkte – oder die zweite Liga.
