Schicksalhafte entscheidung: atlético nacional entging knapp dem untergang!

Ein einziger Moment, eine Entscheidung von Bedeutung – sie können den Lauf der Geschichte unwiderruflich verändern. Reinaldo Rueda, ehemaliger Trainer von Atlético Nacional, enthüllte in einem aufschlussreichen Podcast-Gespräch, wie sein Team nur knapp einer Katastrophe entging, ähnlich der, die den brasilianischen Verein Chapecoense 2016 heimsuchte.

Ein schatten des schreckens über medellín

Es war 2016, ein Jahr voller Triumphe und Tragödien für Atlético Nacional. Nach dem Gewinn der Copa Libertadores bereitete sich das Team auf neue internationale Herausforderungen vor, wobei die Logistik der Reisen eine ständige Herausforderung darstellte. Rueda erinnerte sich an eine Nacht in Asunción, Paraguay, als der Plan war, eine Route zurück nach Medellín anzutreten, die mehrere Zwischenstopps umfasste – eine Route, die tragischerweise vom Flugzeug von LaMia einige Monate später genommen werden sollte. Das Wetter war alles andere als rosig: „An diesem Tag tobte ein unglaublicher Sturm“, so Rueda.

Das Team war bereits auf dem Weg zum Flughafen, unter dem Druck, die sportlichen Termine einzuhalten. Doch dann kam die Intervention von Víctor Hugo Marulanda, dem damaligen Präsidenten des Vereins, die das Schicksal der Spieler und des Trainerteams verändern sollte. „Der Präsident sagte 'Nein' und befahl, uns alle ins Hotel zurückzuschicken“, offenbarte der vallecaucanische Coach. Hätte das Team unter diesen extremen Wetterbedingungen den Flug von Asunción nach Santa Cruz de la Sierra (Viru Viru) und weiter nach Rionegro angetreten, wäre der Spielraum für Fehler minimal gewesen, so Rueda.

Die Erinnerung an Chapecoense ist noch immer schmerzhaft präsent. Am 28. November 2016 erschütterte die Nachricht vom Absturz des Flugzeugs, das den brasilianischen Verein Chapecoense nach Medellín zur Copa Sudamericana-Final beförderte, die Sportwelt. 71 Menschen verloren ihr Leben. Nacional, der ursprüngliche Gegner im Finale, wurde zum stillen Begleiter in der Trauer, verzichtete auf den Titel und erwies der brasilianischen Mannschaft eines der bewegendsten Tributs der Sportgeschichte. Dass Nacional selbst kurz zuvor in einer ähnlichen gefährlichen Situation steckte, verleiht der Tragödie eine zusätzliche, beunruhigende Dimension.

Ein bitterer nachgeschmack im klub-weltpokal

Ein bitterer nachgeschmack im klub-weltpokal

Neben dieser erschütternden Geschichte sprach Rueda auch über die Kontroverse um den Klub-Weltpokal in Japan 2016. Im Spiel gegen Kashima Antlers pfiff der VAR zum ersten Mal in der Geschichte einen Elfmeter gegen Nacional. Rueda enthüllte einen hitzigen Austausch mit dem damaligen Schiedsrichter Óscar Julián Ruiz, der der FIFA-Schiedsrichterorganisation angehörte. Als er auf die Ungerechtigkeit der Situation (ein zuvor nicht überprüfter Abseits-Fehler) aufmerksam machte, soll Ruiz zynisch geantwortet haben: „Wir mussten den Dümmsten auswählen, um den VAR zu testen.“ Nacional und Rueda seien die Auserwählten gewesen, da er nicht protestieren würde.

Die Worte des Schiedsrichters hallen bis heute nach und hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack. Atlético Nacional dominierte nicht nur auf dem Spielfeld den südamerikanischen Fußball, sondern bewies auch im Hintergrund, dass Umsicht und eine kluge Entscheidungsfindung manchmal wichtiger sind als ein glitzernder Pokal. Die Geschichte von Marulanda, der den Bus zum Flughafen zurückbefahl, ist mehr als nur eine Randnotiz in Reinaldo Ruedas Biografie – sie ist eine Mahnung, dass der größte Triumph eines Teams manchmal nicht in der Siegesfeier liegt, sondern im sicheren Heimkommen.