Tottenham stolpert in die 2. liga: 0:3 gegen forest, 110 jahre desaster

Tottenham Hotspur hat sich am Sonntagabend selbst ans Bein gepinkelt. 0:3 gegen Nottingham Forest, Platz 17, 30 Zähler nach 31 Spielen – das ist die schwächste Bilanz seit der Vorkriegssaison 1914/15. Die Zahlen sind kein Stimmungskiller, sie sind ein Todesstoß.

Igor tudor fehlt, seine spurs fallen

Igor tudor fehlt, seine spurs fallen

Trainer Igor Tudor tauchte nach der Schlussaktion nicht auf. „Persönliche familiäre Gründe“, hieß es. Sein Assistent musste die Scherben erklären, während die Forest-Fans draußen „We’re going up“ skandierten – und damit nicht die Championship meinen. Durch den Sieg schob sich Forest an den Spurs vorbei; West Ham wartet einen Punkt dahinter bereits mit dem Abstiegszettel in der Hand.

Die Statistik ist gnadenlos: seit Einführung der Drei-Punkte-Regel holte kein Tottenham-Team weniger Zähler nach 31 Partien. Nicht einmal in den vergessenen 90ern, nicht einmal während der Sherwood- oder Nuno-Intermezzi. Die 30 Punkte sind identisch mit dem Stand von 1914/15 – nur damals stand der Klub noch zweitklassig.

Die Ironie: In der Champions League lief es. Atlético Madrid setzte zwar den Deckel aufs Achtelfinale, aber in der Ligaphase schaltete Tottenham den BVB und Eintracht Frankfurt aus und landete in den Top 8. Die gleichen Kicker, die in der Premier League wie betäubt wirken, fanden in Europa ihre Bestform – und verloren sie augenblicklich, sobald sie den Heathrow verließen.

Mathys Tel und Xavi Simons, beide eigentlich Hoffnungsträger, wirkten gegen Forest wie Fremdkörper. Tel drückte zweimal den Ball über den Kasten, Simens verlief sich in Doppelpass-Anfänger-Fehler. Die Stimmung im Stadion kippte schon nach 23 Minuten, als Morgan Gibbs-White das 2:0 markierte – danach war nur noch Gejohle aus dem East Midlands zu hören.

Die Geschichte droht, sich zu wiederholen: 1977 stiegen die Spurs als Tabellenletzte ab, kehrten aber sofort zurück. Seit 1978 sind sie Dauergast in der obersten englischen Liga, seit 1992 Gründungsmitglied der Premier League. Diese 47 Jahre ohne Abstieg sind kein Ruhmesblatt mehr, sondern ein fallendes Schwert.

Noch sieben Partien, um den freien Fall zu stoppen. Das Programm? Arsenal, Liverpool, Manchester City. Die Gegner lachen nicht, sie schnuppern. Und Tottenham? Tottenham schaut auf 110 Jahre Geschichte – und erkennt sich nicht wieder.