Torwart-poker in paris: donnarummas schatten, safonovs chance?
Paris kocht, und nicht nur wegen der Champions League. Die Torwart-Situation beim PSG ist ein Drama für sich, ein Wechselbad der Gefühle, das die Leistungen der Mannschaft maßgeblich beeinflusst. Während Gianluigi Donnarumma und Alisson Becker im vergangenen Jahr die Duelle zwischen PSG und Liverpool dominierten, stehen heute andere Männer zwischen den Pfosten – und die Frage, wer die Zukunft des Pariser Kaders hüten wird, ist offener denn je.
Alissons glanzlicht im sturm
Die Erinnerung an Alissons Leistung im Hinspiel in Paris ist noch lebendig. Unter einem Bombardement, wie es kaum schlimmer sein konnte, hielt der Brasilianer sein Team mit unfassbaren Paraden oben. Neun Mal entschärfte er Schüsse, eine Leistung, die an die monumentale Vorstellung von Courtois im Champions-League-Finale erinnerte. Die Statistik: Alisson verhinderte schätzungsweise 2,26 Gegentore. Es schien unmöglich, an ihm vorbeizukommen. Doch dann kam Anfield, und ein Abwehrversagen brachte die Nullnummer ins Wanken.

Donnarummas rückkehr und das dilemma des trainers
Donnarumma, der im Hinspiel noch kritisiert wurde, bewies im Rückspiel seine Klasse, indem er gleich zwei Elfmeter von Núñez und Jones parierte – ein entscheidender Faktor für den Sieg der Franzosen. Ein Triumph, der ihm selbst ein Lächeln entlockte: „Ich denke immer daran, zu lächeln, mein Bestes zu geben und für das Team zu arbeiten.“ Doch Luis Enrique, der neue Trainer, scheint andere Pläne zu verfolgen. Trotz der Leistungen des jungen Italieners entschied er sich, Donnarumma zur Seite zu stellen – oder ihn ganz aus dem Kader zu streichen.
Stattdessen wurde Lucas Chevalier aus Lille für 40 Millionen Euro verpflichtet, ein Spieler, der scheinbar besser in Enriques Vorstellungen eines modernen Torwarts passt. „Ich habe nur Lob für Donnarumma. Er ist einer der besten Torhüter der Welt und ein noch besserer Mensch“, erklärte Enrique, obwohl die Entscheidung, ihn zu verdrängen, offenbar schwergefallen war. Chevalier selbst patzte jedoch in der Supercopa, was ihm den Platz vorerst nicht sicherte.

Safonov: der überraschungsfaktor aus russland
Nun winkt Matvei Safonov, bereits im Vorjahr im Kader, seine Chance. Ein Torwart, der Enrique als „einen Torhüter erster Klasse“ bezeichnet, der „alle körperlichen und technischen Voraussetzungen für einen großartigen modernen Torwart“ mitbringt. Vier Elfmeter hielt er sensationell im Intercontinental Cup gegen Flamengo! Luis Enrique schwärmt: „Er ist der beste Elfmeter-Fänger, den ich je hatte.“ Aber ob er die Konstanz und das Vertrauen genießt, die Alisson besaß?

Alisson im rampenlicht von liverpool
Auf der anderen Seite des Feldes steht Giorgi Mamardashvili, der die Rolle des Ersatztorwarts bei Liverpool übernimmt, während Alisson verletzungsbedingt ausfällt. Obwohl er in dieser Saison bereits 14 Spiele bestritten hat und 24 Gegentore kassiert hat, verteidigt Jürgen Klopp seinen Keeper mit Nachdruck: „Er könnte in vielen Mannschaften Stammkeeper sein, und das sagt doch schon viel aus.“
Das Duell zwischen PSG und Liverpool wird somit nicht nur ein Kräftemessen der Offensivreihen, sondern auch ein Kampf der Torhüter – ein Kampf, der die Entscheidung über die Zukunft der jeweiligen Keeper maßgeblich beeinflussen könnte. Die Schatten von Donnarumma und Alisson liegen noch immer schwer über den Pariser und Liverpooler Torwartkabinen, doch es ist Safonov und Mamardashvili, die heute die Chance haben, ihre eigenen Legenden zu schreiben. Die Frage ist, wer diese Chance nutzen wird – und wer in den Geschichtsbüchern des europäischen Fußballs seinen Platz finden wird.
