Thw kiel patzt erneut: leipzig stiehlt den zebras in letzter sekunde den sieg
Der THW Kiel hat sich wieder einmal selbst ausgetrickst. Nach der 28:28-Blamage gegen den SC DHfK Leipzig bleibt die Frage: Wie tief muss der Meister noch sinken, bevor er aufwacht?
Die Zahlen lügen nicht: Seit Wochen kassiert der Rekordmeister Punkte gegen Abstiegskandidaten. Gegen Leipzig war es das dritte Unentschieden in Serie gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Die Königsklasse? Im Moment wirkt Kiel wie ein verirrter Zweitligist.
Laubes harte diagnose: „wir sind keine heimmacht mehr“
Rechtsaußen Lukas Laube traf vier Mal, doch seine Treffer reichten nicht. Nach dem Schlusspfiff sprach er Klartext: „Wir wollen eine Heimmacht sein. Momentan ist das ein Wunschdenken.“ Die Worte des Nationalspielers schmerzen. Sie enthüllen ein Team, das seine Identität verloren hat.
Die Statistik bestätigt das Desaster: In der Sparkassen-Arena holte Kiel in dieser Saison nur 60 Prozent der möglichen Punkte. Früher fürchteten sich Gegner in der „Zebra-Höhle“, heute kommen sie als Selbstgänger.

Staffan peter packt aus: „keiner hat an uns geglaubt“
Der Leipziger Staffan Peter war der Mann des Spiels. Acht Tore, davon das 28:28 in letzter Sekunde. Sein Kommentar nach dem Spiel klingt wie ein Hieb gegen die Kieler Großmannssucht: „Keiner hat an uns geglaubt, nur wir selbst.“
Die Szene, die alles entschied: 15 Sekunden vor Schluss erzielt Peter den Ausgleich. Kiels Abwehr schaut zu. Torwart Dario Quenstedt ist ohne Chance. Die Leipziger jubeln, die Kieler schauen sich an. Null Emotion. Null Reaktion.
Was folgt, ist typisch für diese Saison: Kiel wirft den Ball schnell aus, doch der letzte Pass landet im Aus. Kein Time-out, kein Plan, kein Sieg.

Die angst wächst: hamburg war ein zufall
Nach dem 34:29-Kantersieg in Hamburg hatten viele gedacht, der Knoten platze. Doch Filip Jícha warnte damals schon: „Ein Spiel heilt keine Wunde.“ Er sollte recht behalten.
Gegen Leipzig fehlte die Intensität. Die Abwehr wackelte, das Mittelblock-Duo Pekeler/Wiencek wirkte überfordert. 28 Gegentore gegen das Tabellenschlusslicht – das ist keine Formschwäche, das ist Systemverlust.
Die Fans reagieren mit wachsendem Unmut. „Wir wollen unseren THW zurück!“, skandierten einige Anhänger in der 57. Minute. Es half nichts.

Die tabelle lügt nicht: kiel rutscht auf rang sieben ab
Mit nur 15:11 Punkten liegt der Meister auf dem siebten Platz. Das ist keine Momentaufnahme, das ist Realität. Die Champions-League-Teilnahme ist in Gefahr. Und die Konkurrenz lacht. Flensburg und SC Magdeburg ziehen davon.
Die nächsten Gegner: Füchse Berlin auswärts, dann MT Melsungen daheim. Beide Spiele sind Pflichtsiege. Verliert Kiel auch dort, droht der Abriss. Denn dann steht der Klub vor der Entscheidung: Weitermachen mit Jícha oder den Stecker ziehen?
Ein Punkt gegen Leipzig? Das ist kein Punktgewinn. Das ist ein weiterer Schritt Richtung Abstiegszone. Die Zeit läuft. Und Kiel schläft.
