Thun verpasst meisterschaft: schiedsrichter-debakel und bittere niederlage
Basel – Der Traum von der vorzeitigen Meisterschaft ist für den FC Thun geplatzt. Die Oberländer verloren am Sonntag in Basel mit 1:3 und hadern nun nicht nur mit der Niederlage, sondern vor allem mit den fragwürdigen Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns um Fedayi San. Die Partie endete in einem Fiasko, das die Nerven der Thuner Fans strapazierte und Trainer Mauro Lustrinelli zur deutlichen Kritik veranlasste.

Zwei rote karten und ein verunsicherter coach
Bereits während des Spiels brodelte die Stimmung. Zwei Platzverweise gegen Fabio Fehr und den bereits ausgewechselten Christopher Ibayi sorgten für hitzige Diskussionen. Besonders die Gelb-Rote Karte gegen Fehr in der 81. Minute wirkte wie ein Nogo. Lustrinelli äußerte sich nach der Partie sichtlich bedient und deutete an, dass die Entscheidung den Spielverlauf maßgeblich beeinflusst habe. "Es ist schade. Wir waren etwas naiv, aber mir fehlt zwischendurch das Fingerspitzengefühl", erklärte er frustriert auf der Pressekonferenz.
Die späten Gegentore, die Thun kurz nach Fehrs Platzverweis kassierte, waren der Schmerzsalbe auf eine bereits wunde Stelle. Doch Lustrinelli scheute sich nicht, den Finger an die Wunde zu legen und die Rolle des Schiedsrichtergespanns in Frage zu stellen. Im Interview mit SRF prangerte er die mangelnde Präsenz von San auf dem Platz und seinen häufigen Einsatz als Videoassistent an. "Du kannst dieses Fingerspitzengefühl nicht entwickeln, wenn du so wenig auf dem Platz stehst und zu viel als VAR im Einsatz bist", kritisierte der Thun-Coach scharf.
Ein weiterer Vorwurf betraf die zweite Gelbe Karte gegen Fehr: "Ich hatte den Eindruck, dass die zweite Gelbe Karte unbedingt gezeigt werden musste. Das ist schade. Das war keine Szene, in der man zwingend eingreifen muss." Diese Aussage lässt erkennen, wie tief Lustrinelli von den Entscheidungen des Unparteiischen enttäuscht ist. Es scheint, als ob der Druck und die Erwartungen, die auf dem Schiedsrichter lasten, ihn zu vorschnellen Urteilen verleiten.
Doch Lustrinelli verteilte die Schuld nicht ausschließlich an den Schiedsrichter. Er räumte ein, dass seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit zu viele Fehler gemacht und den Zugriff auf das Spiel verloren habe. "Wir waren hektischer am Ball und sind in viele falsche Entscheidungen geraten", so der 48-Jährige. Die Oberländer müssen nun analysieren, wo es in ihrem Spiel hakt und wie sie in Zukunft mit solchen Situationen umgehen können.
Die Meisterschaftsfrage ist damit offen. Thun, St. Gallen und Winterthur stehen vor einer entscheidenden Phase. Die kommenden Spiele werden zeigen, wer die Oberhand behält und am Ende die Krone holt. Die Niederlage in Basel ist ein herber Rückschlag, aber nicht der endgültige Sargnagel für die Meisterschaftsambitionen des FC Thun.
