Thsv eisenach verliert erneut auswärts: der fluch der fremden halle hält an

Der Auswärtsfluch des ThSV Eisenach wird zur Handball-Saga ohne Happy End. Mit der 23:26-Niederlage in Göppingen setzt sich die peinliche Serie fort: zwölf Spiele, null Punkte, ein Gefühl von Unentrinnbarkeit.

Die statistik wird zur schreckenskammer

Seit Anfang Oktober wandelt der Klub aus der Wartburgstadt wie ein Gespenst durch die Bundesliga. Die Zahlen sind längst keine bloßen Notizen mehr, sie sind ein Befund: 17 Auswärtsniederlagen in Serie, nur 23 Treffer am Sonntag, ein Rückstand, der sich wie ein Déjà-vu anfühlt.

Trainer Sebastian Hinze schickte seine Mannschaft mit der Aufforderung aufs Feld, „endlich das Maul aufzumachen“. Doch was folgte, war wieder nur das gedämpfte Raunen eines Teams, das sich selbst nicht mehr glaubt. Elias Newel zeigte sich als Göppinger Drahtzieher, warf, provozierte, zerlegte die Eisenacher Abwehr mit der Lässigkeit eines Profis, der weiß, dass der Gegner schon halb geschlagen ist, bevor der Ball rollt.

Silvio heinevetter kommt, aber zu spät

Silvio heinevetter kommt, aber zu spät

Der Wechsel auf der Torhüterposition schien kurz Luft zu machen. Silvio Heinevetter parierte acht Mal, schrie, schubste, wollte die Kurve kriegen. Doch selbst seine Erfahrung reichte nicht, um ein 10:15 zu drehen. Julian Buchele hielt auf der Gegenseite zwölf Mal, und plötzlich war wieder alles beim Alten: Eisenach rannte an, Göppingen ließ sie laufen, bis sie sich selbst erschlugen.

Felix Aellen traf siebenmal, Dominik Solak sechsmal. Die Torschützen-Liste liest sich wie ein Trostpreis: Man war da, man versuchte es, man scheiterte wieder.

Früher war freitag, jetzt ist es freitag

Früher war freitag, jetzt ist es freitag

Am kommenden Spieltag gastieren die Rhein-Neckar Löwen in der Wartburgstadt. Für Eisenach ist es das letzte Aufatmen vor dem Abstiegssturm. Wer dort nicht gewinnt, der muss nicht mehr über Playoff-Talks nachdenken, sondern über den Klassenerhalt. Die Uhr tickt. Die Halle wird wieder schwarz-rot-gold geschmückt sein, aber die Farbe der Hoffnung? Die ist längst verblasst.