Thc schlägt nfh 31:27 – reicherts 12-tore-gala bringt final-four-traum in reichweite

Der Thüringer HC hat sein Ticket für den Final Four der European League vor der eigenen Tür liegen lassen, nur 60 Sekunden von der eigenen Hand entfernt. Im dänischen Nykobing drehten Müllers Frauen in der zweiten Hälfte auf, zogen mit 31:27 davon und machten Johanna Reichert zur Locke im Torrausch. 12 Mal traf die 24-Jährige, einmal mehr als der gesamte Gegner in Durchgang zwei.

Die Anfangsnervosität war greifbar. Bossen im NFH-Kasten parierte wie ein Video-Game-Boss, THC-Tempogarantin Loerper fand keine Lücke, die Däninnen konterten gnadenlos. 13:14 lautete die Halbzeit-Bilanz, und wer die Statistik kennt, wusste: Nur zwei Teams holten in dieser Saison bei Nykobing noch etwas Zählbares, wenn sie zur Pause hinten lagen.

Die zweite hälfte war ein einziger langlauf durch dänische fehler

Was danach passierte, war kein Handballspiel mehr – es war ein Konditionsellipsentrainer. Die Gastgeber warfen sich in der 38. Minute erstmals selbst aus dem Rhythmus, drei technische Fehler in 90 Sekunden, und Reichert nutzte die Lücken wie ein Fuchs im Hühnerstall. 8:3-Lauf, 21:17 – die Führung, die zählt.

Die entscheidende Szene: 51. Minute, 27:23, Bossen raus, sieben gegen sechs. Reichert zieht aus neun Metern, trifft unhaltbar unter die Latte, schreit sich die Lunge aus dem Leib. Die 800 mitgereisten Fans aus Thüringen übertönen den dänischen Trommelwirbel. Danach nur noch Verwaltung, keine Gegenstöße mehr, kein Risiko, nur noch sichere Hände.

Die Zahlen sind gnadenlos: THC traf 68 Prozent seiner zweiten Halbzeitwürfe, Nykobing nur 42. Dazu 14 Fast-break-Tore gegen null – ein Wert, der normalerweise nur in Computerspielen vorkommt.

Sonntag in erfurt wird die arena kochen

Sonntag in erfurt wird die arena kochen

Rückspiel, 18 Uhr, Messehalle – Tickets waren am Sonntagabend restlos weg. Müller kann seine Startformation schon jetzt nennen, Verletzungspech bleibt aus, und die einzige Frage lautet: wie viele Tore Vorsprung reichen, um nicht in Selbstzweifel zu verfallen? Die Antwort lautet: vier. Genau die Differenz aus Dänemark.

Reichert selbst wischt das Thema beiseite: „Wir haben noch nichts erreicht, außer dass wir jetzt wissen, wie es ist, wenn uns niemand mehr unterschätzt.“ Ihr Trainer ergänzt trocken: „Wir haben 60 Minuten vor uns, die länger werden als jede Bergzeitfahrt.“

Für den THC winkt nach 2023 der zweite Final-Four-Einzug in drei Jahren. Die Konkurrenz schaut bereits nach Erfurt: Metz, Györ und Dortmund haben Scouts in der Halle. Die Message ist angekommen – wer den Titel will, muss zuerst an Thüringen vorbei.