Swiss-ski droht drei starfrauen den stecker zu ziehen – eine will bis 2027 durchhalten

Priska Ming-Nufer, Nicole Good und Simone Wild haben am Montag dieselbe schweigende Antwort erhalten: Swiss-Ski kann sie sich nicht mehr leisten. Der Verband streicht drei gestandene Speed-Damen aus dem Programm, weil sie in dieser Saison nicht lieferten, was das Reglement verlangt.

Die 34-jährige Ming-Nufer, einst Siegerin der Abfahrt in Crans-Montana, musste ihre Saison nach einem Meniskusriss im Februar beenden. Nur zehn Speed-Rennen, Platz 23 als bestes Resultat – das reicht weder für Kader A noch B. Trotzdem postet sie statt Tränen ein Kampfvideo: „Ich fahre 2027 vor meiner Haustür WM – und zwar als Starterin.“

Die unvermeidliche zählt nicht mehr

Nicole Good weiß, wie verletzungspech sich anfühlt. Seit 2019 nagt an ihr jede Saison ein neuer Riss, Knochenödem oder Kreuzbandflicken. Rang 21 in Copper Mountain war in dieser Saison das einzige Punktresultat. In der Weltcup-Startliste steht sie auf Platz 51, im Europacup auf 21 – beides reicht nicht. Für die Ostschweizerin wird es eng: Entweder sie finanziert sich 2024/25 selbst, oder sie legt die Bretter an die Wand.

Simone Wild hat diese Entscheidung schon hinter sich. Seit letztem Jahr organisiert sie sich selbst, fuhr zwei Mal in die Top-30 – für eine Rückkehr in den Verbandstopf zu wenig. Ohne Sponsoren ist ihr Weltcup-Start im Herbst ein Solo-Unternehmen mit offenem Ausgang.

Swiss-ski lässt die tür einen spalt offen

Swiss-ski lässt die tür einen spalt offen

Hans Flatscher, Alpin-Direktor, betont, dass Auswahlrichtlinien nicht in Stein gemeißelt seien. „Wir schauen uns jeden Einzelfall an“, sagt er. Wer im Sommer in Zermatt mittrainieren will, darf mitmachen – Verpflegung selbst zahlen. Vanessa Kasper bewies 2023, dass ein Kaderausschluss kein Karriereende sein muss. Sie kam zurück, fuhr Olympische Spiele und steht jetzt im Finale in Hafjell. Ob Ming-Nufer, Good und Wild dieselbe Energie aufbringen, entscheidet sich zwischen Mai und September. Die Zeit arbeitet gegen sie – und die WM 2027 ist kein Automatismus, sondern ein Versprechen, das sich mit privatem Budget einklagen lässt.

Fakt ist: Wer nicht liefert, fliegt. Und die drei Frauen stehen am Abgrund, während Swiss-Ski schon neue Teenager auf die Beine stellt, die noch keine Meniskus-OPs vorweisen können.