Braga dreht 0:2-pleite im rückspiel und feiert mit grillitsch im viertelfinale
Sieben Tage nach der Blamage in Budapest schlug Braga zurück wie ein Verbannter. 4:0 gegen Ferencváros, 4:2 Gesamt – und mitten im Feuerwerk der Wende: Florian Grillitsch. Der ÖFB-Regisseur traf selbst und legte das nächste Tor auf. Ein Einspieler, der die ganze Qual der Lusitaner in Sekundenschnelle vergessen machte.
Grillitsch wird zur schaltzentrale – und trifft mit links
Minute 33: Braga führt 1:0, die Arena brodelt noch. Da schlenzt Grillitsch aus 18 Metern mit links in den rechten Winkel. Der Ball schlägt ein, das Stadion kocht aus. Der Assist folgt kurz nach der Pause, als der 28-Jährige mit einem Steilpass Ricardo Horta startet – 3:0, Entscheidung. Trainer Artur Jorge hatte ihn bewusst tiefer platziert, genau dort, wo der Gegner nicht hinsieht. Die Zahlen sprechen: 78 % Passgenauigkeit, fünf Balleroberungen, zwei Torschüsse – ein Komplettspiel.
Die Ungarn hatten nichts mehr entgegenzusetzen. Ferencváros-Coach Csertői hatte auf Stabilität gesetzt, doch sein Fünfer-Block zerbrach schon nach 21 Minuten. Braga presste mit einer Aggressivität, als gälte es, nicht nur das Europa-League-Aus, sondern die eigene Ehre zu retten. Die portugiesische Presse spricht bereits vom „Milagre de Braga“, dem Wunder von Braga – und meint damit nicht nur das Ergebnis, sondern die Art und Weise.

Nächster prüfstein: betis oder panathinaikos – egal, braga ist heiß
Am Donnerstag entscheidet sich im Benito-Villamarín, wer die Karamellen bekommt. Betis führt 1:0 gegen Panathinaikos, doch wer Braga nach diesem Abend noch abschreibt, versteht nichts von Momentum. Die Mannschaft aus dem Minho hat in dieser Saison schon Leicester und Malmö ausgeschaltet – Teams, die ebenfalls besseres Fußball-Wetter hatten. Für Grillitsch wird es ein Wiedersehen mit spanischem Boden: 2019 lief er für Hoffenheim bei Valencia auf, damals mit 0:2-Niederlage. Jetzt will er Revanche – und die Katalysatorrolle behalten.
Braga steht zum zweiten Mal in der Klubgeschichte im Viertelfinale der Europa League. Das erste Mal war 2011, damals schied man gegen Dynamo Kiew aus. Die Lehre: Einmal ist keinmal – aber zweimal wäre Historie. Und Grillitsch? Der hat noch Rechnungen offen. Sein Vertrag läuft aus, die Leistung ist sein Bewerbungsschreiben. Wer so einen Abend auflegt, spielt nicht nur für das Viertelfinale. Er spielt für die nächste Station – und die kann durchaus in der Champions League liegen.
