Svww zerquetscht ober-rodens märchen und wirft sich selbst in den ring
Der Hessenpokal hat seinen ersten Finalisten – und das mit dem Handschlag eines Favoriten, der keine Sekunde an seine Überlegenheit zweifelte. SV Wehen Wiesbaden umarmt sich nach 90 Minuten souveräner Arbeit mit dem Endspiel, während Germania Ober-Roden nur noch die Trümmer seines Pokaltraums zusammenkehrt.
Der favorit spielt seine rolle von der ersten minute
Schon nach sieben Minuten war die Geschichte geschrieben, die sich jeder TV-Regisseur wünscht: Robin Kalem donnert den Ball an den Pfosten, das Leder springt zurück, ein Ober-Rodener Versuch wird zur Ouvertüre ins eigene Netz – 1:0. Die Kurve im Bieberer Berg schweigt, die SVWW-Bank jubelt wie nach einem späten Sieg. Der Rest ist Formsache, wenn auch keine langweilige.
Jordy Gillekens macht mit dem zweiten Treffer per Eckstoß klar, dass Ober-Rodens Zauber nur bis zum Viertelfinale reichte. Die Germania, dieses Jahr der Pokalschreck aus dem Sechsten, findet gegen den Drittligisten keine Antwort außer verzweifelten Grätschen und einem Dauerlärm aus der Gästekurve, der irgendwann in resigniertes Pfeifen umschlägt.

Milad nejad und ryan johansson setzen den schlusspunkt
In der 67. Minute zieht Milad Nejad nach einer Kombination, die drei Stationen und keinen Gegner berührt, aus spitzem Winkel ab – 3:0. Die Zahl auf der Anzeigentafel ist für Ober-Roden schon deutlich, für SVWW erst der Auftakt zum Endspiel-Fest. Ryan Johansson sorgt mit dem 4:0 in der 86. Minute dafür, dass die Statistik lügt: Es hätten auch fünf oder sechs sein können.
Jetzt heißt der Gegner SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, die am Vortag mit Elfmeter-Drama Kickers Offenbach aus dem Turnier warf. Für SVWW ist das Finale keine Pflicht, sondern ein Versprechen: Titelverteidigung lautet das Stichwort. Für Ober-Roden bleibt die Erkenntnis, dass Pokalmärchen selten ein Happy End haben – aber eines der schönsten sind, das der Hessenpokal je erzählt hat.
Die Tore: 1:0 Eigentor (7.), 2:0 Gillekens (32.), 3:0 Nejad (67.), 4:0 Johansson (86.) – Zahlen, die am Ende lauter sprechen als jedes Interview.
