Svww verspielt heimserie und kassiert rostock-dämpfer
0:1 gegen Hansa Rostock – für den SV Wehen Wiesbaden war Freitagabend nicht nur die Heimserie gerissen, sondern auch der Traum vom direkten Aufstieg fast ausgeblendet. Die Latte zitterte, das leere Tor war da, doch der Ball wollte einfach nicht rein.
Die zahlen, die wehtun
Sechs Punkte fehlen auf Platz drei, sieben auf den direkten Aufstieg. Von den acht Verfolgern hat keiner schlechtere Karten – und das, obwohl die Hessen 24 Zähler vor der Brust haben. Daniel Scherning sprach vom „Mega-Frust“, Sascha Mockenhaupt pflichtete: „Es tut extrem weh.“ Die Rechnung ist simpel: Kein Patzer mehr erlaubt, sonst wird die Relegation zur einzigen Rettung.
Die Szene des Abends: Nachspielzeit, 94. Minute, Lukas Schleimer steht vier Meter vor dem leeren Tor – und drüber. „Wenn du die Kugel da nicht versenkst, holst du keinen Punkt“, sagt Scherning knapp. Gino Fechner hatte zuvor die Latte geprüft, doch der Elfmeter von Rostocks Schäffler saß schon nach acht Minuten. Danach dominierte Wiesbaden, aber Dominanz zählt nur, wenn sie Tore erzeugt.

Pokal-coup als notfallplan
Schon am Mittwoch rattert der Pokal-Bus nach Ober-Roden. Gegen den Verbandsligisten Germania steht plötzlich mehr als nur ein Halbfinale: Die letzte echte Chance auf den DFB-Pokal-Einzug, sollte die Liga abspringen. Fatih Kaya gibt sich kämpferisch: „Wir müssen uns nicht verstecken, es ist noch alles drin.“ Doch die Worte klingen nach Mantra, nicht nach Machbarkeit.
Der freie Samstag und Sonntag sind kein Kurzurlaub, sondern Mental-Reset. Testspiel beim KSC inklusive. Dann geht’s nach der Länderspielpause nach Aachen – ein Spiel, das laut Scherning „Pflichtsieg pur“ ist. Wer dort nicht gewinnt, darf den Aufstieg ad acta legen.
Die Fans sangen bis zum Schlusspfiff, doch am Bromberg glich die Stimmung einer Demo gegen die eigene Chancenverwertung. 14 Torschüsse, 65 % Ballbesitz – und dennoch steht am Ende eine Niederlage, die sich anfühlt wie ein Vorsprung verschenkt. Wiesbaden muss jetzt laufen, bis die Schuhe glühen. Die Uhr tickt. Die Konkurrenz nicht.
