Svenja huth bleibt: wolfsburgs alleskönnerin verlängert bis 2027
Die Entscheidung ist gefallen – und sie trägt den Namen Svenja Huth. Während Co-Kapitänin Alexandra Popp noch über ihre Zukunft sinniert, hat sich die 35-jährige Flügelspielerin festgelegt: Sie bleibt dem VfL Wolfsburg treibt ihre Bilanz auf 370 mögliche Bundesliga-Einsätze.
Ein gespräch, ein handschlag, ein neuer kontrakt
Am Dienstagmittag gab der Klub die Vertragsverlängerung bis Sommer 2027 bekannt. Keine große Show, keine medienwirksame Pressekonferenz – stattdessen ein knappes Statement, das in seiner Klarheit beeindruckt: „Wir freuen uns sehr, dass Svenja ihren Weg weiterhin hier in Wolfsburg geht“, sagt Ralf Kellermann, der scheidende Direktor Frauenfußball. „Mit ihrer Professionalität und ihrer Persönlichkeit ist sie ein Vorbild für das gesamte Team.“
Huth kam 2019 aus Potsdam, seitdem lief sie in 135 Pflichtspielen auf, bereitete 34 Treffer vor und erzielte 13 selbst. Doch ihre Statistik ist nur die halbe Wahrheit. In der Kabine ist sie Lautsprecher und Psychologin zugleich – eine Spielerin, die junge Talente anschreit und anschließend umarmt.

35 Jahre alt, 15 spiele, sieben vorlagen – die zahlen lügen nicht
Unter Stephan Lerch, der im Sommer zurückkehrte, ist Huth wieder rechter Flügel, nicht mehr zentrales Mittelfeld. Das spiegelt sich in aktuellen Zahlen wider: 15 Liga-Einsätze, sieben Assists, zwei Tore. Sie sprintet sich in die Top-3 der Rekordspielerinnen – vorbei an Popp, auf direktem Weg zu Kerstin Garefrekes.
Die Rechnung ist simpel: 35 Partien bis 2027, 25 fehlen noch zum dritten Platz. „Ich bin dankbar für das Vertrauen und glücklich, weiterhin ein Teil dieses besonderen Teams zu sein“, sagt Huth. Kein Pathos, kein Kitsch – ein Satz, der wie ihre Spielweise klingt: geradeaus, schnörkellos, effektiv.

Popp zögert, huth handelt – das kapitäns-trio lebt weiter
Seit letztem Sommer bilden Huth, Popp und Janina Minge das Dreier-Kapitänsmodell. Während Popp mit BVB-Gedanken spielt, liefert Huth klare Kante. Ihre Entscheidung stabilisiert die Mannschaft, noch bevor die Transfermaschine richtig erwacht. Wer braucht da große Ankündigungen?
Die Bundesliga schläft nicht. Leverkusen plant, Bayern pocht, Dortmund schnüffelt. Wolfsburg aber baut auf Bewährtes – und auf eine Spielerin, die weiß, dass Karriereenden selten sanft kommen. Huth will sich nicht verabschieden, sondern weitermachen. Ihr Vertrag ist kein Abschiedsgeschenk, sondern ein Auftrag: Noch einmal Meisterpokal anfassen, noch einmal Flutlicht ertragen, noch einmal Jubel bis zur Stimmband-Knarre.
Am Ende bleibt eine Zahl: 360. Die Einsätze von Garefrekes. Huth liegt bei 335. Wenn sie fit bleibt, überholt sie die ehemalige Nationalspielerin spätestens im Frühjahr 2026. Dann steht sie im Vereinsmuseum, zwischen Pokalen und Teamfotos – und wird vermutlich sagen: „Weiter geht’s, Mädels.“ Denn das ist ihre Art von Geschichte.
