Handball-beben: móré verlässt löwen – eisenach schnuppert schon
Die Bombe ist kein Gerücht mehr: David Móré packt 2026 seine Sachen und verlässt die Rhein-Neckar Löwen – mit gerade einmal 22 Jahren und 100 Liga-Einsätzen im Gepäck. Der Klub löst den Vertrag zwei Jahre vorzeitig, der Nationalspieler sucht neue Wege, der Markt gerät in Bewegung.
Warum jetzt? die löwen erklären ihre kehrtwende
Uwe Gensheimer, einst gefürchteter Linksaußen, heute sportlicher Leiter in Mannheim, spricht von „Flexibilität als nächster Entwicklungsschritt“. Gemeint ist: Móré will spielen, nicht nur dabei sein. Bei den Löwen stehen Linksaußen-Talente wie Prokop und Möller vor ihm, Minuten werden knapp. Die Lösung: ein Freibrief, zwei Jahre früher als geplant.
Der Pass schlägt Wellen. Eisenach wartet mit offenen Armen, denn Vincent Büchner steht vor dem Wechsel nach Kiel, wo Magnus Landin ab Sommer die Koffer nach Kopenhagen packt. Hinweis für Insider: ThSV-Coach Sebastian Hinze trainierte Móré bereits in der badischen U-Nationalmannschaft – ein Seitenwechsel mit Vorgeschichte.

Millionen-frage: wie teuer ist ein früher vertragsbruch?
Laut Bundesliga-Kreisen verzichten die Löwen auf eine Ablöse, fordern aber eine fest vereinbarte Trainingseinlage und ein Rückkaufrecht bis 2028. Die Summe: sechsstellig, variabel nach Einsatzzeiten. Für Eisenach, das seit dem Aufstieg mit Investor Lars Weißenberger solide kalkuliert, machbar. Für Kiel ein Warnschuss: Wer Landin ersetzt, muss auch Ersatz für Büchern sichern – und plötzlich ist Móré auf dem Zettel.
Die Statistik spricht für den Junglöwen: 112 Bundesliga-Spiele, 186 Treffer, 67 Prozent Wurfquote, 37 Assists in der laufenden Saison. Zahlen, die sich sehen lassen, aber eben keine Garantie für Stammplätze in Mannheim. „Ich bin stolz, aber hungrig“, sagt Móré, der den Sprung vom bayerischen Dorfclub Niederraunau bis in die Nationalmannschaft schaffte. Seine größte Stärke: Tempo nach vorne, Treffsicherheit im Rückwärtsfall. Seine Schwäche: Abwehr-Grundordnung, was ihm bei den Löwen ebenso wie in der A-Nationalmannschaft Minuten kostet.

Domino läuft: kiel, eisenach, löwen – ein sommer voller kettenreaktionen
Landin-Kiel-Eisenach-Móré – die Kette ist längst in Bewegung. Beobachter rechnen bis Ende Mai mit weiteren fünf Transfers in der linken Außenbahn. Die Löwen haben bereits ein Auge auf den dänischen U-21-Nationalspieler Mikkel Langhoff geworfen. Eisenach sichert sich intern zu, bei mehr als 1,2 Millionen Euro Ablösesumme für Büchern könnte man „zwei Móré-Typen“ verpflichten, wie Manager Thomas Zollner spottert.
Und Móré selbst? Er trainiert weiter mit dem Blick auf die Europameisterschaft 2026, schließt einen Wechsel ins Ausland nicht aus. „Spanien oder Frankreich locken“, sagt sein Berater, „aber erstmal will er in Deutschland durchstarten.“ Die nächsten Monate werden zeigen, ob Eisenach reicht oder doch ein größerer Klub zuschlägt. Fakt ist: Mit dem vorzeitigen Ende in Mannheim beginnt für den 22-Jährigen die Stunde der Wahrheit. Die Löwen verlieren ein Talent, der Markt gewinnt eine neue Zündschnur.
