Subotic: vom fußballer zum wasser-helfer – sein leben nach dem karriereende

Neven Subotic, einst gefürchteter Verteidiger beim BVB, hat nach seinem Karriereende eine überraschende Wendung genommen. Statt auf Erfolgen im Fußball zu schwelgen, widmet er sein Leben einer humanitären Aufgabe: Er ermöglicht Menschen in Ostafrika Zugang zu sauberem Trinkwasser. Ein Porträt des ungewöhnlichen Lebenswandels.

Die stiftung „well:fair“: mehr als nur ein hobbyprojekt

Schon während seiner aktiven Zeit beim BVB gründete Subotic 2012 die „well:fair“ Foundation. Was als Nebenprojekt begann, ist heute sein zentraler Lebensinhalt. „Ich empfinde es als große Wertschätzung, dass jemand wie Jürgen Klopp, der seine Worte wählt, mich einmal als auf dem Weg zum Heiligen bezeichnet hat“, so Subotic in einem Interview mit Sport BILD. „Aber die Rolle eines Heiligen auszufüllen, ist schwer. Denn ich mache ja auch Fehler.“

Die Stiftung hat seit ihrer Gründung bereits 439.255 Menschen Zugang zu Trinkwasser ermöglicht. Doch Subotic sieht dies nicht als Endstation. Sein Ziel ist es, bis 2030 eine Million Menschen mit sauberem Wasser zu versorgen – eine ambitionierte Aufgabe, die er mit ganzer Kraft verfolgt.

Die Kehrtwende: Von Villa mit Jacuzzi zur Stiftung

Subotics Weg war nicht immer geradlinig. In jungen Jahren, während seiner Fußballkarriere, ließ er sich von schnellem Erfolg blenden. „Da gab es gar keine Kontrolle“, erinnert er sich. „Ich hatte schnelle Autos, eine Villa mit Jacuzzi. Das war Handeln ohne zu überlegen, einfach nur extrem.“ Doch 2010 vollzog sich eine Veränderung. Er sehnte sich nach Kontrolle und gründete 2012 seine Stiftung. Nach seinem Karriereende setzte er alles darauf: sein Geld, seine Zeit, seine Gedanken.

Aber die Arbeit für die Stiftung hat auch ihren Preis. „Manchmal sehe ich, dass das Leben an mir vorbeizieht“, gesteht Subotic. „Ich muss mich weiterentwickeln, sodass ich mein Pensum halten kann. Denn die Arbeit, etwas zu bewirken, hat kein Ende.“

Familie im herzen von dortmund: eine neue heimat

Familie im herzen von dortmund: eine neue heimat

Subotic lebt mittlerweile wieder in Dortmund, wo seine schönste Zeit als Profifußballer verbrachte. Doch es ist nicht nur die sportliche Vergangenheit, die ihn hier hält. „Meine Stiftung ist der zentrale Punkt meines Seins“, erklärt er. Ein Umzug nach seinem Trennung von seiner Ex-Freundin machte Dortmund schließlich zu seiner neuen Heimat.

Das Leben in seiner Wohnung ist geprägt von Nachbarschaft und Gemeinschaft. „Über mir wohnt eine Mitarbeiterin mit ihrem Mann und ihrer zweijährigen Tochter. Unter mir ein weiterer Freund, den ich durch die Stiftung kenne, mit seiner Familie.“ Er genießt es, „Onkel“ sein zu dürfen und die gemeinsame Zeit mit der kleinen Tochter zu verbringen. Die Stiftung hat ihm eine neue Familie geschenkt, eine Konstante in einem Leben voller Umzüge und Veränderungen.

Die finanzielle Basis für sein Engagement schwindet langsam. Subotic hat bereits rund vier Millionen Euro gespendet und arbeitet ehrenamtlich. „Mein Geld ist endlich“, so sein Fazit. „Deshalb sind Firmenpartnerschaften so wichtig.“

Und was vermisst er vom Fußball? „Ich hatte diese großartigen Erfolgserlebnisse vor 80 000 Fans. Der Kopf ist ganz woanders, voller Euphorie. Damit rettet man nicht die Welt, aber es ist einfach schön.“

Jürgen Klopp, sein ehemaliger Trainer, prägte sein Leben maßgeblich. „Über ein Bier mit Jürgen Klopp würde ich mich richtig freuen. Er hatte 30 Spieler, um die er sich kümmern musste. Jetzt noch einmal gemeinsam zu reflektieren und seinen Input zu bekommen, das wäre schön.“

Neven Subotic hat bewiesen, dass ein Leben nach dem Fußball mehr als nur Nostalgie bedeuten kann. Er hat seine Energie in etwas Sinnvolles investiert und gibt damit Hoffnung für eine bessere Zukunft.