Stuttgart ii rettet liga: groiß bleibt trotz schweinfurt-pleite

Ein Schock, der ins Leere läuft. Nach dem 0:1 gegen Schlusslicht Schweinfurt 05 schlug bei Stuttgart II kurz Panik auf, doch die Tabelle lügt nicht: acht Spieltage vor Schluss beträgt der Vorsprung auf die rote Zone 13 Punkte. Die Konsequenz der Schwaben: Sie verlängern mit Alexander Groiß – und signalisieren damit, dass sie auch 2025/26 in der 3. Liga planen.

Groiß verlängert früh – und setzt ein statement

Stephan Hildebrandt, Direktor des VfB-Nachwuchsleistungszentrums, spricht es aus, was viele Beobachter dachten: „Wir freuen uns, dass wir auch in der kommenden Spielzeit auf Alex bauen können.“ Der 27-jährige Innenverteidiger absolvierte bisher 23 Pflichtspiele (kicker-Notenschnitt 3,39) und fungiert still und leise als Lotse für die U-21-Talente, die neben ihm lernen, was Drittliga-Alltag bedeutet.

Die Vertragsverlängerung folgt einem klubeninternen Muster. Bereits zuvor sicherte sich Stuttgart II die Dienste von Dominik Nothnagel, Nicolas Sessa und Dominik Draband – allesamt älter als 23 und damit routinierte Anker in einem sonst grünen Kader. Groiß passt mit seiner Mischung aus Regionalliga- und Zweitliga-Erfahrung (22 Einsätze für den Karlsruher SC) exakt in diese Strategie.

Vom aufstiegshelden zur felsen in der brandung

Vom aufstiegshelden zur felsen in der brandung

Sein Weg liest sich wie ein Lehrstück über Geduld. 2012 kam Groiß als Jugendlicher nach Stuttgart, 2015 debütierte er in der 3. Liga, zog dann zu Karlsruhe, Saarbrücken und Bayreuth, kehrte im Sommer 2023 zurück – und wurde sofort zur festen Größe in der Aufstiegsmannschaft. Seitdem verpasste er nur zwei Partien, wenn er nicht gerade mit Gelb gesperrt war.

Die Zahlen dahinter sind schonungslos offen: Stuttgart II kassierte in den 23 Spielen mit ihm durchschnittlich 1,3 Gegentore, ohne seinen Einsatz stieg der Wert auf 1,9. Kleine Differenz, große Wirkung. Gerade in einer Saison, in der die Schwaben mehr Tore kassierten als alle anderen Nicht-Abstiegskandidaten, ist diese Stabilität Gold wert.

Die Botschaft ist klar: Stuttgart II will nicht nur überleben, sondern sich stabilisieren. Mit Groiß als stillen Anführer und der Ligazugehörigkeit schon jetzt so gut wie sicher, kann die Planung für 2025/26 beginnen – ohne den Druck, der sonst den Sommer vergiftet. Wer weiß: Vielleicht erinnert man sich in ein paar Jahren genau an diese Vertragsverlängerung, wenn das nächste Talent neben Groiß herläuft und fragt: „Wie hältst du das eigentlich aus?“ Dann wird er lächeln – und die Antwort in die Kabine tragen.