Sturm ii schockt young violets mit blitztor und lässt wien stolpern
Sechs Minuten. Mehr brauchte Jonas Peinhart nicht, um die Young Violets in Beinahe-Startaufstellung zu versenken. Mit seinem Frühtreffer schob Sturm Graz II die Austria-Reserve am Samstag in die nächste Heim-Krise – 0:1, Tore danach? Fehlanzeige.

Der sechste spieltag in serie ohne sieg – und das mitten im prater
Was auf dem Papier als 22. Runde der 2. Liga steht, fühlt sich für die Austria-Amateure wie ein Déjà-vu an: schon wieder ein Gegentreffer in den ersten Viertelstunden, schon wieder ein Aufbäumen ohne Ende. Trainer Christian Frieser wechselte dreimal offensiv, doch selbst als Muharem Huskovic in der 78. Minute frei vor Thomas Kofler auftauchte, war der Ausgleich nur ein Luftschlag. Kofler blieb Sieger, Peinharts Treffer blieb gültig.
Die Statistik hinter dem Ergebnis nagt an den Nerven der Austria-Führung: erst zwei Heimsiege in 2024, dabei stets mindestens ein Gegentor vor Minute 20. Die Young Violets verharren auf Rang sechs, punktgleich mit Sturm II, aber mit einem Bein im Niemandsland zwischen Aufstiegszone und Abstiegsgroll. Die Grazer dagegen springen auf Platz 14 und bauen den Vorsprung auf Schwarz-Weiß Bregenz auf sechs Punkte aus – ein kleines Polster, das Trainer Michael Lederer als „Atemmaske für den Rest der Saison“ bezeichnete.
Lo que nadie cuenta es, dass Sturm II diese Saison ohne einen einzigen Sieg nach Rückstand spielt. Führt das Team, gewinnt es auch. Peinharts früher Kopfball nach Hereingabe von Lukas Fadinger war daher mehr als nur ein Tor – es war ein Stempel auf der Stirn der Hausherren. Die Austria-Jungs suchten danach mit Ballbesitz-Fußball, fanden aber nur 83 Prozent Passquote ohne Durchstoßkraft. Die letzte Viertelstunde: vier Schüsse, keine Parade. Die letzte Hoffnung: ein Abseits-Pfiff, der nie kam.
Für die Vienna-Youngsters beginnt morgen schon die nächste Zitterpartie: Auswärts in Liefering, wo die Mozartstädter seit drei Jahren ungeschlagen sind. Sturm II kann dagegen aufatmen – und nachlegen. Die Grazer Reserve trifft am Freitag auf SKU Amstetten, einen direkten Konkurrenten im Keller. Gewinnen sie wieder in den ersten zehn Minuten, dürfte der Abstand zur roten Zone bald zweistellig sein. Die Liga ist eng, der Zeitpunkt entscheidend. Und Peinhart? Der 20-Jährige hat inzwischen vier Saisontore – alle Führungstreffer, alle Siegtore. So klein die Zahl wirkt, so groß ist ihre Wirkung: Sturm II zählt in diesen Tagen jeden Punkt zweimal.
