Lok leipzig bleibt unaufhaltsam – babelsberg kassiert späte k.o.-karte

Der SV Babelsberg 03 schaffte das, was zuletzt niemand schaffte: Lok Leipzig zu ärgern. Aber am Ende stand trotzdem die nächste Niederlage, die nächste rote Laterne im Tabellenkeller. 1:2 hieß es im Karl-Liebknecht-Stadion, 15. Platz lautet die neue Realität. Die Entscheidung fiel in der 89. Minute, fiel in Unterzahl, fiel wie so oft in dieser Saison: spät, bitter, unnachgiebig.

Choreografie am hang, klatsche am grünen tisch

Die Anhänger hatten sich Mühe gegeben. „Blau-Weiß für immer“ leuchtete in Spruchbändern über der Nordkurve, während ihre Mannschaft im ersten Durchgang vor allem eins probierte: das Tempo der Leipziger zu bremsen. Ihr Plan ging 45 Minuten lang auf. Dann drehte Lok auf, wie sie es seit Wochen tun. Durchgang zwei war kein Fußballspiel mehr, es war ein Dauerpressen, ein Sich-verbeißen an Zweikämpfen, ein Zerreißen von Spielfluss.

Der Führungstreffer war Programm. Dorian Cevis zog aus 22 Metern ab, traf ins rechte Eck, ließ Keeper Lennart Klasen keine Chance. Die Antwort folgte prompt, aber nicht sauber. Gordon Büchs Schuss prallte vom Keeper ab, Theo Ogbidi schob nach. Jubel, Hoffnung, 77. Minute – alles nur ein Strohfeuer. Paul Wegener rutschte drei Minuten später in höchster Not gegen Cevis, sah Rot, beschädigte die Moral mehr als die Taktik. Die Leipziger nutzten die Lücke, Maderer schob in letzter Sekunde ein. 2:1, Punkt, Spiel, Aus.

Rote karte trifft tabellenletzten

Rote karte trifft tabellenletzten

Die Statistik ist gnadenlos: Babelsberg kassierte in dieser Saison bereits acht Gegentore nach der 80. Minute. Dreimal davon in Unterzahl. Trainer Cemal Maksumic sprach von „Kopfsache“, Kapitän Nino Lessel von „Selbstvertrauen im freien Fall“. Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen mangelnder Cleverness und mangelndem Kader. Während Lok mit 53 Punkten durch die Gegend düst, stecken die Brandenburger mit 19 Zählern im Sumpf. Der Abstand zum rettenden Ufer: fünf Punkte. Die Zeit wird knapp, die Gegner werden nicht langsamer.

Am Horizont lauert schon das nächste Schreckgespenst: Auswärtsspiel in Chemie Leipzig. Die Fans werden wieder eine Choreo basteln, die Spieler wieder hoffen, dass diesmal die 90 Minuten reichen. Die Liga hat ihre Gesetze. Wer spät trifft, gewinnt die Meisterschaft. Wer spät kassiert, gewinnt den Abstieg. In Potsdam ist die Devise längst klar: Erst wird gestürmt, dann wird gezittert. Am Ende steht fast immer dieselbe Frage: Wie viele Nackenschläge verkraftet ein Aufsteiger noch, bevor er wieder zweitklassig ist?