Sturm graz schreibt frauen-bundesliga-geschichte: meistergruppe fix!

Blackout im Sportzentrum. 4:0. Und plötzlich ist Sturm Graz Dritter im Bunde der Großen. Mit einem Schlag ins lange Eck verwandelt Laura Wienroither die Resthoffnung der Union-Kleinmünchen-Allianz in ein 2:0, das die Steirerinnen für die Meistergruppe unantastbar macht. Die Uhr zeigt 78 Minuten, die Arena tobt, und die Nerven der 327 Zuschauer sind endlich blank.

Die rechnung geht auf: sturm kann nicht mehr gestürzt werden

Während 24 Stunden zuvor Austria Wien den Grunddurchgang bereits abgeschlossen hatte, musste Graz noch zittern. Der Vorsprung auf Verfolger SCR Altach betrug vor dem letzten Spieltag vier Punkte, die Tordifferenz war knapp. Nach dem Abpfiff ist die Lage klar: Die Grazerinnen haben 32 Zähler auf dem Konto, Altach bleibt bei 26 – ein theoretisches Verdrängen ist selbst bei einer Niederlage am Finaltag nicht mehr möglich. Der Grund: die bessere Direktvergleichs-Bilanz.

Trainer Markus Wurzer nimmt die Szene mit kühlem Blick auf. „Wir haben die Saison in Raten abgearbeitet, nie laut über Meistergruppe geredet“, sagt er nach dem Spiel. „Dass wir jetzt dabei sind, ist keine Sternstunde, sondern die logische Konsequenz aus 120 Trainingseinheiten, in denen die Mannschaft gelernt hat, dass Pressing kein Schlagwort, sondern Lebensversicherung ist.“

Was die quali wirklich bringt: sechs spiele gegen wien und st. pölten

Was die quali wirklich bringt: sechs spiele gegen wien und st. pölten

Die Meistergruppe startet am 23. März. Austria Wien ist bereits fix, St. Pölten folgt als Titelverteidiger sechs Punkte dahinter. Für Graz bedeuten die restlichen Partien nicht nur Prestige, sondern konkret 180 Minuten Fernsehkohle, Fix-TV-Präsenz und ein Schlaglicht auf Talente wie Annabel Schasching (19), die mit drei Assists in den letzten drei Spielen auf sich aufmerksam macht. Der ÖFB zahlt pro ausgestrahlter Partie eine Prämie von 35.000 Euro – Geld, das in der Frauen-Bundesliga neue Standards setzt.

Die Gegnerliste liest sich wie ein Who-is-Who des österreichischen Frauenfußballs: Auswärts in St. Pölten, Heimspiel gegen Altach, Doppelpack gegen die Veilchen. Wer dort Punkte sammelt, spielt sich direkt in die Kandidatenliste für die Champions-League-Quali. Noch ist Graz Tabellendritter, doch die Tabelle der Meistergruppe beginnt bei Null – ein Schreibfehler, der Hoffnung macht.

Am Ende zählt eine Ziffer: 4. Das Toreschießen übernahm diesmal Wirnsberger, doch die Null am anderen Ende war das eigentliche Statement. Graz kassierte in den letzten fünf Spielen nur ein Gegentor – die beste Defensive nach der Runde. Wenn das kein Signal ist, weiß ich nicht, was sonst.