St.gallen rettet in der 94. minute: than trifft spät und verhindert die erste heimpleite

Ein Schlagabtausch bis zur letzten Atemzüge: Der FC St.Gallen verpasst den Heimsieg gegen den FC Thun erst in der vierten Minute der Nachspielzeit, als Claudio De Capitani den Ball aus fünf Metern versenkt und das 2:2 beschließt. Die Espen wanken, halten sich aber noch einmal aufrecht – und bleiben damit auf Tuchfühlung zu den Berner Oberländern, die mit 14 Punkten Vorsprung weiterhin die Super-League-Spitze beherrschen.

Görtler nennt die viertelstunde, die st.gallen k.o. hätte schlagen können

„Nach der Pause haben wir uns wie gelähmt vorgekommen“, sagt Lukas Görtler im Interview mit blue Sport. Für 15 Minuten habe Thun den Kreisligastil der Espen regelrecht auseinandergezogen. „Die erste Viertelstunde nach der Halbzeit hat uns Thun an die Wand gespielt“, gibt der Mittelfeldspieler offen zu. Bis dahin führten die Gäste durch einen verwandelten Elfmeter von Leonardo Bertone mit 1:0. Dann schlug St.Gallen zweimal binnen acht Minuten zurück und drehte das Spiel. Doch die Führung hielt nur 20 Minuten.

Bertones Blick ist nach dem Schlusspfiff finster. „Wenn man in der letzten Sekunde ein Tor bekommt, ist man nicht glücklich“, sagt der Mittelfeldregisseur. Er lobt die Reaktion seiner Mannschaft nach dem Rückstand, „aber am Ende zählt nur die Null“. Die Thuner Auswärtsstärke ist längst kein Geheimnis mehr: sie haben in den letzten fünf Partien außerhalb des Hochaltitudes viermal gewonnen und einmal remis – und das mit einer Mannschaft, die kaum über Super-League-Erfahrung verfügt.

Zehn runden sind noch zu spielen – der abstand bleibt, die spannung auch

Zehn runden sind noch zu spielen – der abstand bleibt, die spannung auch

Die Tabelle lügt nicht: Thun führt mit 55 Punkten, St.Gallen folgt mit 41 Zählern. Doch die Espen haben noch ein Ass im Ärmel: das direkte Duell in der Berner Oberländer Hauptstadt ist am 31. Spieltag fällig. „Wir müssen jetzt jeden Punkt erkämpfen, um die Pole-Position noch einmal anzugreifen“, fordert Görtler. Trainer Peter Zeidler hatte schon vor Wochen gewarnt: „Die Saison ist erst dann gelaufen, wenn der Ball nach 36 Spieltagen stillsteht.“

Für St.Gallen bleibt ein fader Beigeschmack. Die erste Heimpleite der Saison verhinderte der letzte Mann, der noch laufen konnte. Doch die Moral beweist: Wer in der 94. Minute noch ausgleicht, kann auch in der 95. noch gewinnen. Die nächste Chance dafür gibt’s am Sonntag in Basel. Thun reist indes nach Sion – und dürfte mit dem Gefühl ankommen, dass Spitzenreiter sein nicht nur bedeutet, Punkte zu sammeln, sondern auch, den letzten Atemzug mitzukriegen.