Steinbach schreibt husky-geschichte: deutscher rookie erobert big-10-thron

18,6 Punkte, 11,6 Rebounds, 20 Double-Doubles – und jetzt dies: Hannes Steinbach ist als erster Washington-Husky überhaupt in ein All-Big-10-Team gewählt worden. Der 19-jährige Rheinländer landete direkt im dritten Team, von der Associated Press sogar im zweiten. Eine Sensation, die selbst erfahrene College-Scouts sprachlos macht.

Der transfer, der alles veränderte

Keiner hatte damit gerechnet. Als Steinbach vor zwölf Monaten die Fraport Arena verließ und Richtung Seattle flog, galt er als roh, aber talentiert. Nun zerlegt er mit 2,11 Metern und einem Wingspan von 2,26 Metern die gegnerischen Defense-Reihen. Sein Fadeaway-Jumper ist längst zur Marke geworden, sein Timing am Brett lässt selbst erfahrene Centres verzweifeln. „Er kombiniert europäische Technik mit amerikanischer Athletik“, sagt Washington-Coach Mike Hopkins, „das haben wir hier noch nie gesehen.“

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In 28 Spielen verpasste Steinbach nur ein einziges Mal das Double-Double. Gegen Michigan State holte er 28 Punkte und 16 Rebounds, gegen Purdue blockte er sieben Schüsse – und traf dabei noch 12 von 13 Freiwürfen. Seine Player-Efficiency-Rating von 28,4 liegt unter allen Big-10-Freshmen auf Platz eins, landesweit nur hinter dem gehandelten NBA-Pick Chet Holmgren.

Das turnier ruft – und die nba schaut

Das turnier ruft – und die nba schaut

Nun steht das Conference-Turnier an, das March-Madness-Ticket ist alles. Nur der Sieger fährt direkt zur NCAA, alle anderen hoffen auf ein at-large-Banner. Für Steinbach beginnt dort, wo andere aufhören: Er will nicht nur den „automatic bid“, er will Seattle wieder auf die College-Karte setzen. Scouts von Utah Jazz, San Antonio Spurs und Toronto Raptors sind bereits gemeldet, ein Eintrag in den Mock-Drafts kreiert sich langsam Richtung Lottery-Pick.

Die letzte Husky-Insignie, die es ins All-Freshman-Team schaffte, war Isaiah Stewart – heute Rotation-Center der Detroit Pistons. Steinbach könnte noch schneller gehen. Sein Vater Frank, früher Bundesliga-Center, flog extra ein, um die Auszeichnung entgegenzunehmen. „Ich habe ihn noch nie weinen sehen“, sagt Hannes, „aber als mein Name ertönte, hat er sich weggedreht.“

Morgen um 19.00 Uhr Ortszeit startet das Viertelfinale gegen Illinois. Die Huskies sind Nr. 5 gesetzt, die Buchmacher sehen sie im Mittelfeld. Doch wer Steinbach in den letzten Wochen beobachtete, weiß: Ein Matchup mit ihm ist ein Matchup gegen die Zukunft. Und die beginnt in Seattle – endlich wieder.