Odermatt vor historischer triple-kugel – schon dieses wochenende
Marco Odermatt kann in Courchevel nicht nur eine, nicht nur zwei – er kann drei Kristallkugeln auf einmal einsacken. Der Schweizer rast mit 54 Weltcupsiegen und 572 Punkten Vorsprung auf Lucas Pinheiro Braathen in ein Speed-Wochenende, das ihm die große Kugel schon vor dem Finale bringen könnte.
Die rechnung ist simpel – die spannung trotzdem groß
Im Super-G reicht Odermatt Platz sechs oder besser, um die kleine Kugel zu lösen. In der Abfahrt genügt Rang neun, falls Franjo van Allmen gewinnt. Die Zahlen klingen nach Routine, doch die Piste von Courchevel ist bekannt für ihre Falle: steile Falllinien, wechselnde Lichtverhältnisse, Eis unter weichem Pulver. Ein einziger Fehler und die Rechnung ist Schnee von gestern.
Julia Scheib jagt ihre erste kleine Kugel. Die 27-jährige Steirerin führt im Riesenslalom vor Camille Rast – 89 Punkte, zwei Rennen, ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Selbstvertrauen vor dem WM-Jahr. „Ich muss angreifen, sonst wird mir die Kugel weggenommen“, sagte sie nach dem enttäuschenden Olympia-Rang fünf. Die Frage ist: schafft sie die mentale Wende?

Nordisch geht’s zur sache – klaebo vor dem sprint-doppel
Johannes Høsflot Klaebo könnte in Drammen schon am Donnerstag die Sprint-Wertung entscheiden. 208 Punkte Vorsprung, 230 zu verteilen – die Mathematik ist gnadenlos. Der Norweger steht vor seiner sechsten Gesamtkugel, doch die 600-Punkte-Führung im Gesamtweltcup ist kein Freifahrtschein: Harald Østberg Amundsen lauert, und der Verfolger ist berüchtigt für seine Endspurt-Qualitäten.
Im Biathlon schielt Lou Jeanmonnot auf die zweite Kugel. 56 Punkte Vorsprung vor der Finnin Suvi Minkkinen, 72 vor Maren Kirkeeide – bei zwei Verfolgungen in Otepää kann die Französin den Sack zumachen. Eric Perrot führt sowohl im Einzel- als auch im Massenstart-Weltcup; beide könnten nach Norwegen reisen, ohne dass dort noch etwas zu holen ist.

Raceboarder jubeln schon – bormolini und miki im ziel
Maurizio Bormolini hat 181 Punkte Vorsprung auf Teamkollege Aaron March – drei Rennen, theoretisch noch machbar, praktisch ein Seiltanz. Bei den Frauen hat Tsubaki Miki 151 Punkte auf Elisa Caffont – die Japanerin kann in Montafon schon den Champagner kalt stellen, sollte March in der Parallel-Riesenslalom-Hölle stolpern.
Die Kugeln sind nicht nur aus Kristall – sie sind Auszeichnung, Bonuszahl, Karriere-Booster. Wer sie früh holt, spart Kraft für die WM, wer sie verliert, muss bis April um seine Psyche kämpfen. Das Wochenende wird zeigen, wer die Nerven behält – und wer im Schnee versinkt.
