Sporting dreht 0:3 und blast bodø/glimt aus der champions league
Was für eine Nacht in Lissabon: Sporting CP jagt dem Ball hinterher, liegt nach 180 Minuten 0:3 zurück – und schießt sich am Ende mit fünf Toren in die Viertelfinals. Die Norweger von Bodø/Glimt, die Inter Mailand schon aus dem Turnier befördert hatten, verlieren das Rückspiel 0:5 und damit 3:5 Gesamt.
Die moral-maschine läuft auf hochtouren
Bereits in der 11. Minute warnt Pedro Gonçalves den Gäste-Keeper Nikita Haikin mit einem strammen Schuss. Danach diktiert Sporting das Tempo, doch die ersten beiden Großchancen bleiben unbelohnt. Erst nach einer halben Stunde springt die Kugel: Ecke von links, Gonçalo Inácio steigt am höchsten und köpft zum 1:0 ein – der Anfang einer furiosen Aufholjagd.
Bodø/Glimt antwortet mit einem Doppel-Traversenschock: Bjørtuft trifft zweimal das Aluminium, das Pech der Norweger wird zum Omen für die Portugiesen. Nach der Pause erhöht Gonçalves per Konter auf 2:0, Suarez legt per Strafstoß nach – 3:0, das Gesamt steht 3:3, die Verlängerung ist unausweichlich.

Verlängerung als selbstverständlichkeit
Im letzten Drittel der regulären Spielzeit hämmert Suarez zweimal auf Haikin ein, Trincão trifft den Pfosten. Das Publikum in der Estádio José Alvalade spürt: Noch ein Tor und die Sensation ist perfekt. Die Verlängerung beginnt mit einem Zuckerpass von Trincão, Maxi Araújo schiebt aus spitzem Winkel zum 4:0 ein.
Bodø/Glimt versucht verzweifelt, die Uhr zu stoppen, doch Sporting läuft. In der 120. Minute erzwingt ein Pressing den Ballverlust, Paulinho spielt schnell nach innen und Francisco Conceição knallt die Kugel unter die Latte – 5:0, Endstand, Ausbruch der Bänke, Tränen der Norweger, Ekstase in Lissabon.

Historie nach 41 jahren
Damit steht Sporting erstmals seit 1983 wieder unter den besten acht Klubs Europas. Für Inter-Fans ein bitterer Beigeschmack: Das Team, das die Nerazzurri beseitigt hatte, scheitert nun selbst an der Energie der Löwen vom Tejo. Die Zahlen sprechen Bände: Drei Tore Rückstand auswärts, fünf Tore vor heimischer Kulisse – 41 Schüsse, 65-prozentige Ballbesitzzeit, eine Leistung, die in die Klubchronik eingeht.
Trainer Ruben Amorim atmet durch: „Wir haben gezeigt, dass Charakter Tore schießt.“ Die nächste Hürde folgt am Freitag in der Auslosung. Wer auch immer kommt, weiß jetzt: Sporting ist bereit, auch das verloren geglaubte Spiel noch zu drehen.
