Italiens basketball-frauen zermalmen senegal und buchen wm-ticket – jetzt warten die us-stars

85:35 – die Zahlen wirken wie ein Tippfehler, doch sie stehen auf dem offiziellen Protokoll. In San Juan de Puerto Rico demontierte Italiens Nationalteam das leidenschaftliche, aber chancenlose Senegal und sicherte sich mit dem zweiten Platz in der Vorrundengruppe das Ticket für die WM in Berlin.

Capobianco zieht bilanz: „wir haben keine sekunde geschlafen“

Trainer Lino Capobianco strahlte trotz der englischen Woche. Fünf Spiele in sieben Tagen, kaum Trainingszeit, dabei ein 26:7-Startviertel gegen die Afrikanerinnen. „Das Mädchen haben jede Situation sofort umgesetzt, die wir im Sommer eingeschliffen haben“, sagte er nach dem Schlusspfiff. „Wir fliegen nach Hause mit einem Koffer voller Gewissheit.“

Ohne die verletzten Leistungsträger Cecilia Zandalasini und Martina Bestagno war das Punkten Aufgabe der ganzen Rotations. Zandalasini blieb trotzdem mit 14,0 Punkten pro Partie Topscorerin des Turniers, gefolgt von Lorela Cubaj (9,8 Zähler, 7,5 Rebounds). Gegen Senegal verteilte Capobianco die Minuten wie ein Schachspieler: Keine Spielerin blieb länger als 22 Minuten auf dem Feld, alle zwölf Damen kamen zu Einsatzzeit und Punkten.

Die Italienerinnen beenden die Gruppenphase hinter den ominösen USA von Caitlin Clark und vor Spanien – genau der Gegner, gegen den die Squadra Azzurra zuletzt 1998 in einem Pflichtspiel gewann. Das ist kein Zufall. Zwischen August-Reboot und jetzt liegt ein halbes Jahr, aber das kollektive Gedächtnis funktionierte. Pass-Linien, Switch-Verteidigung, Early-Offense – alles da, als hätte man gestern trainiert.

Berlin ruft: am 21. april die auslosung

Berlin ruft: am 21. april die auslosung

Die WM findet vom 4. bis 13. September in der deutschen Hauptstadt statt. Dort trifft Italien auf einen der anderen neun bereits qualifizierten Teams – darunter Australien, Belgien, Gastgeber Deutschland und das niemals zu unterschätzende Nigeria. „Einige Gruppen haben gezeigt, dass nichts selbstverständlich ist“, warnte Capobianco. Gemeint sind die überraschenden Niederlagen Frankreichs und Chinas in der Parallel-Gruppe.

Für die Spielerinnen geht es nun zurück zu den Clubs: EuroLeague-Viertelfinals, Serie A Play-offs, Länderspiel-Pause bis Mai. Der Kader wird sich bis Sommer sicher noch einmal verjüngen, doch das Fundament steht. Es ist das Fundament einer Mannschaft, die sich nicht mehr mit Halbzeiterfolgen zufriedengeben will.

85:35 – die Zahl wird in Dakar wie ein Schock durch die Kabine gehen. In Mailon und Rom dagegen klingt sie wie eine Ansage: Wir sind bereit für Berlin. Und wir kommen nicht als Touristen.