Spanien u18 schreibt geschichte: drei spiele, drei siege, nur ein gegentor
David Tenorios Junioren haben die Vorrunde der Elite-Runde mit dem perfekten Ergebnis abgeschlossen: 3:0 Punkte, 6:1 Tore, Platz eins in der Tabelle. Gegen Bulgarien reichte ein 2:0, um auch das letzte Fragezeichen zu beseitigen.
Der plan ging auf, aber nicht ohne dramatik
Ohne den angeschlagenen Top-Stürmer Alexis Ciria – Muskelbündelriss im Oberschenkel – startete Spanien mit Miguel „Cubo“ Llorente als einziger Spitze und Dro Fernández als Spielgestalter. Die Bulgaren, bereits ausgeschieden, spielten nur noch um die Ehre und schlugen zweimal früh Alarm: Minkovs Kopfball hätte fast das frühe 1:0 bedeutet, doch Pablo Mollà reagierte mit einem Reflex, der ihm seinen ersten Einsatz in Gold aufwertete.
Cubo, bereits drei Tore in der Vorrunde, suchte vier Mal die Lücke, fand aber jedes Mal entweder den Keeper oder den Pfosten. Spanien kontrollierte das Tempo, ohne sich zu verzetteln – ein Luxus, den sich nur Teams leisten können, die schon alles klar gemacht haben.

Bonel trifft und zeigt das trikot des verletzten kumpels
Nach der Pause wechselte Tenorio doppelt: Cubo und Dro raus, Bonel und Macià rein. Die Rhythmusstörung war spürbar, Bulgarien kam zu zwei Kontern, doch der Knoten platzte in der 65. Minute. Guille Fernández zirkelte einen Eckball an den zweiten Pfosten, Bonel stieg am höchsten und nagelte die Kugel unter die Latte. Statt zu jubeln, riss er sofort das Trikot von Ciria über den Kopf und hielt es in die Kamera. Keine Show, sondern Handschlag an einen Kameraden – das sagt mehr über diese Truppe als jede Statistik.
Die Führung beruhigte, aber sie beschleunigte nicht. Spanien spielte wie ein Boxer, der weiß, dass die Runde gelaufen ist und trotzdem noch ein paar saubere Treffer nachlegt. Die letzte davon war ein Kunstschuss: Macià nahm eine abgefangene Clearance am Strafraumrand, legte sich die Kugel zurecht und hämmerte sie mit der Innenseite ins lange Eck – 0:2 in der Nachspielzeit, Kroos lässt grüßen.

Die zahlen, die alarm schlagen sollten
Drei Spiele, neun Punkte, nur ein Gegentor – das ist die beste Bilanz aller 52 Teams in der Qualifikation. Hinter den Kulissen arbeitet ein Stab, der nicht nur Talent filtert, sondern Charakter. Wer innerhalb von neun Tagen drei unterschiedliche Systeme schult, zwei Spieler aus dem Kreisliga-Bereich integriert und trotzdem eine Defensive hinlegt, die wie ein Safe wirkt, der hat mehr als nur Glück.
Die Elite-Runde im März wird härter, aber die Spanier haben bereits bewiesen, dass sie auch ohne ihren Top-Scorer funktionieren. Wenn Ciria zurückkommt, haben sie zwei Tage mehr Erholung als die Konkurrenz – und einen Macià, der aus 22 Metern trifft, als wäre es ein Trainingsspiel. Der Rest Europas wurde gewarnt.
