Spanien hat gewinnen verlernt – 29 siege in 38 spielen, zwei titel, keine niederlage in sicht

Spanien schlägt Serbien 3:0 und lässt die Welt wieder einmal nach Worten suchen. Die Statistik lügt nicht: 29 Siege in 38 Partien, nur zwei Niederlagen, zwei Titel – und kein Ende der Siegesserie in Sicht. Was vor drei Jahren noch ein Mantra war, ist heute Realität: gewinnen, gewinnen, gewinnen und nochmal gewinnen.

De la fuente baut um, spanien bleibt gleich

Luis de la Fuente rotiert, weil er kann. Gegen Serbien fehlten sechs Berliner Finalhelden – Carvajal, Le Normand, Dani Olmo, Fabián, Morata, Nico Williams – und trotzdem lief die Maschine. Das Berliner Start-XI hat sich seit dem 14. Juli 2024 nicht mehr zusammengefunden, doch der Erfolg ist Programm geworden. Der Grund: 77 eingesetzte Spieler seit März 2023, kein Gesicht ist unersetzlich.

Die Torhüter-Frage? Existiert nicht. Unai Simón verschwand nach der EURO aus dem Kader, David Raya kam und hielt in fünf entscheidenden Spielen den Kasten sauber. „Genießt die vier Top-Keeper, die wir haben“, sagt De la Fuente – und meint damit, dass der Streit außerhalb der Staffel stattfindet, nicht innerhalb.

Die Außenbahnen, einst das Markenzeichen mit Lamine Yamal und Nico Williams, liefen auch ohne die Stars. Seit Juli 2024 fehlte mindestens einer der beiden Flügelstürmer in neun von 17 Spielen – Spanien verlor keines. Die Lücke füllt jetzt Víctor Muñoz, Osasunas Rakete, der mit 3,3 Sekunden auf 30 m Sprint an die legendaren Pedros und Cazorlas erinnert.

Ohne Morata? Oyarzabal trifft wie einst Villa. Ohne Laporte? Huijsen, Cubarsí, Vivian – alle halten Niveau. Ohne Fabián und Merino? Fermín López zeigt, dass er mehr ist als ein Joker. Der Ball rollt, das System bleibt.

Der weltmeister-taktik: jede einheit trägt dieselbe dna

Der weltmeister-taktik: jede einheit trägt dieselbe dna

Veljko Paunović hatte vor dem Spiel gewarnt: „Spanien ist stark nicht nur in der Startelf, sondern auf der gesamten Bank.“ Er sollte recht behalten. Die Serben sahen eine Mannschaft, die ihre Identität nicht aus Namen, sondern aus Prinzipien speist: hoher Ballbesitz, sofortiges Gegenpressing, variable Raumaufteilung. Die Zahlen sprechen: 2,3 Tore pro Spiel seit der EURO, nur 0,6 Gegentore im Schnitt.

Der nächste Härtetest kommt im Juni in der Final Four der Nations League. Dann geht es gegen Deutschland oder Italien – egal. Spanien hat keinen Plan B, sondern einen Plan A mit 26 Variationen. Die Botschaft ist klar: Wir sind nicht gut, weil wir gewinnen – wir gewinnen, weil wir besser sind.