Spanien baut erstes stadion für jenni hermoso – frauenfußball bekommt endlich ein denkmal

Ciempozuelos schlägt ein. Kein Sponsorenname, kein langweiliger Bürgersteig, sondern ein Signal: Das Madrider Vorort-Stadion trägt künftig den Namen von Jenni Hermoso. Der Gemeinderat stimmte gestern Nacht mit absoluter Mehrheit zu – PSOE, Más Madrid und Ciudadanos für, PP und Vox dagegen. Die Eröffnung steigt am Sonntag, 12. April.

Ein rasen, der geschichte schreibt – und ein bisschen die rechnung begleicht

Ein rasen, der geschichte schreibt – und ein bisschen die rechnung begleicht

Bürgermeisterin Raquel Jimeno ließ keinen Zweifel: „Wir bügeln Jahrzehnte der Unsichtbarkeit aus.“ Gemeint ist die Tatsache, dass Spanien 2025 noch kein einziges Stadion an eine Fußballerin gewidmet hat – während Männerhelden jede zweite Arena schmücken. Mit der Umbenennung will Ciempozuelos nicht nur Jenni Hermoso ehren, sondern dem Mädchenfußball endlich ein Gesicht geben.

Die 35-jährige Madrilene, gerade in Mexiko bei Tigres unter Vertrag, schickte eine Sprachnachricht: „Ich bin überwältigt und kann’s kaum erwarten, auf diesem Platz zu stehen.“ Zwischen den Zeilen schwingt ein Versprechen mit: Sie will Camps und Schulkooperationen starten, um Talente aus dem Süden Madris zu fördern. Ein Tor in 11 Spielen – ihre Statistik in der laufenden Liga MX Femenil – interessiert hier niemanden. Es geht um Nachhaltigkeit, nicht um Tore.

Die Umbaumaßnahmen laufen auf Hochtouren: neue Kabinen, ein Kunstrasen-Nebenplatz, ein Museumsecke mit Trikots aus ihren Stationen bei Atlético, Rayo, Barça, Tyresö, PSG und Pachuca. Die Kosten: 1,8 Millionen Euro, finanziert über Bundesmittel und Sponsoring. Ein Preis, der sich rechnet, wenn man die steigenden Mädchen-Mannschaften im Ort bedenkt: plus 42 Prozent seit 2022.

Kritik kommt von der Opposition. Der PP-Fraktionsvorsitzende wirft der Regierung „symbolische Schnellschüsse“ vor. Vox nennt es „Ideologie statt sportlicher Leistung“. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: 1.200 neue Mädchen-Lizenzen in der Region, ausgerechnet seit Jenni 2023 den Ballon d’Or Féminin gewann. Ein Detail, das im Rathaus niemanden kalt lässt.

Am Sonntag wird Jenni per Liveschaltung zugeschaltet, das Stadion wird offiziell eröffnet und ein Benefizspiel zwischen U-17-Teams von Ciempozuelos und Torrejón steigt. Der Eintritt: frei. Das Echo: laut. Denn endlich steht ein Name auf der Tribüne, der nicht nur Titel, sondern auch Zukunft bedeutet.