Sofia (9) trat krebs – sinner holt sie aufs centre court und lässt rom sprachlos

Neun Jahre alt, Zöpfe, ein Strahlen, das den ganzen Foro Italico erhellt: Sofia ist Krebs-Patientin und stand gestern beim Masters-1000-Finale neben Jannik Sinner, um den Aufschlag zu würfeln. Was als kleiner Trost für ein verpasstes Händchen gedacht war, wurde zur emotionalsten Szene des Turniers.

Blumen von darderi, dann der hauptgewinn

Blumen von darderi, dann der hauptgewinn

Tag euvor hatte Luciano Darderi sie vor dem Halbfinale gegen Casper Ruud übersehen – ein Moment, der sofort durch die sozialen Netze raste. Der Italiener reagierte mit Blumen, einem signierten Shirt und einer Videoeinladung. Die FITP und das Sportministerium zogen nach: Sofia durfte stattdessen mit der Weltranglistenersten auflaufen. „Ich hab nur gelächelt, bis es weh getan hat“, sagt ihre Mutter.

Die Initative „Un bambino per il lancio“ bringt seit Jahren onkologisch behandelte Kinder aufs Feld. Nie war die Geste größer als gestern: 12 500 Zuschauer standen, applaudierten, während Sofia Sinner die Münze reichte. Die Bilder gingen um die Welt, Sponsoren stocken ihre Spenden für das Kinderkrebszentrum in Rom um 50 000 Euro.

Für Sinner war es kein Marketing-Intermezzo. „Ich hab sie gefragt, ob sie mich anfeuert. Sie hat gesagt: ‚Schlag ein Ass, dann kriegst du ein Lächeln.‘ Deal“, erzählte der 22-Jährige nach seinem 6:2, 6:4-Sieg gegen Ruud. Es war der erste italienische Titel in Rom seit Adriano Panatta 1976 – und trotzdem stand nach dem Match-Point ein anderes Thema im Interview: Sofia.

Darderi, mittlerweile in Hamburg gelandet, schaute per Video zu. „Ich habe meinen Fehler wiedergutgemacht, aber das hier ist einfach perfekt“, sagte er. Die kleine Sofia bekam zwei Final-Tickets geschenkt – plus einem neuen Termin: Beim nächsten Heimturnier von Darderi wird sie erneut die Platzkinder-Führung übernehmen, diesmal mit Special-Guest-Sinner.

Die Summe: Ein vergessener Händedruck, ein Blumenstrauß, ein Weltranglistenerster – und ein Kind, das für einen Tag den Krebs vergaß. Rom feiert nicht nur den Sieger, sondern auch sich selbst. Denn wer so reagiert, hat verstanden, dass Sport mehr ist als ein Scoreboard.