Snooker-saison 2025/26: überraschung, ausgeglichenheit und ein märchen in sheffield!

Die Snooker-Saison 2025/26 ist zu Ende, und Rolf Kalb, unser Experte, hält die Waage: Es war keine Saison der Dominanz, sondern eine der faszinierenden Überraschungen und packenden Duelle. Ein Blick zurück auf eine Saison, die das Publikum begeisterte und die Frage aufwirft: Was bringt die nächste Spielzeit?

Ein ausgeglichenes feld sorgt für nervenkitzel

Anders als in den Vorjahren gab es in dieser Saison keinen klaren Superstar, der alle Titel abräumte. Stattdessen herrschte eine bemerkenswerte Ausgeglichenheit in der Main Tour. Von 18 Ranking-Turnieren gingen 15 an unterschiedliche Spieler, und wenn man die Einladungsturniere berücksichtigt, waren es sogar 16 verschiedene Champions in 23 Events. Diese Vielfalt sorgte für eine konstante Spannung und machte jede Begegnung zu einem potenziellen Endspiel.

Zhao Xintong mag mit vier Titeln der erfolgreichste Spieler der Saison gewesen sein, doch auch hier gab es eine interessante Entwicklung. Sein erster Titel in Riad bei der Golden-Ball-Extravaganza war zwar ein schöner Erfolg, doch der wahre Durchbruch gelang ihm erst ab Februar mit einer beeindruckenden Siegesserie bei der Players Series. Das war Snooker vom Feinsten!

Mark Selby konnte ebenfalls drei Titel für sich verbuchen, darunter die prestigeträchtige UK Championship und den Champion of Champions. Aber der eigentliche Überraschungsmann der Saison war Wu Yize.

Wu yize: der durchbruch und das wm-märchen

Wu yize: der durchbruch und das wm-märchen

Der junge Wu Yize, gerade einmal 22 Jahre alt, feierte seinen endgültigen Durchbruch mit dem Gewinn der International Championship. Doch das war erst der Auftakt zu einem unglaublichen Saisonhöhepunkt: Der Triumph bei der Weltmeisterschaft im Crucible Theatre! Seine Siege im Halbfinale und Finale waren alles andere als Einbahnstraßen und erinnerten an die Souveränität eines erfahrenen Weltmeisters. Ein junger Mann, der plötzlich die Snooker-Welt im Sturm erobert.

Neben Wu dürfen auch die Erfolge von Jack Lisowski und Alfie Burden erwähnt werden. Lisowski, der zuvor sechs Endspiele verloren hatte, gelang es endlich, den Knoten zu lösen und bei den Northern Ireland Open Judd Trump mit 9:8 zu besiegen. Und Alfie Burden, als Amateur beim Shoot Out siegreich, bewies, dass auch aus dem Nachwuchs große Talente hervorgehen können.

Während die Profis nun eine wohlverdiente Pause genießen, geht das Snooker-Geschäft weiter. Die Damen-Weltmeisterschaft und die Q School stehen an, wobei letztere mit einigen bekannten Namen wie Mark Davis und Robert Milkins aufwartet. Die Geschichte von Milkins ist dabei besonders bemerkenswert: Vor zwei Jahren noch gesetzter Spieler, kämpft er nun darum, seine Karriere fortsetzen zu können. Ein dramatischer Abstieg, der zeigt, wie schnell sich die Verhältnisse im Snooker ändern können.

Die Saison 2025/26 hat uns mit ihrer Spannung und Vielfalt begeistert. Die neue Saison verspricht, an dieser Klasse anzuknüpfen. Die Frage ist nicht, ob es wieder Überraschungen geben wird, sondern wann und wie.

Die Zahlen sprechen für sich: 15 verschiedene Sieger in 18 Ranking-Turnieren. Das ist nicht nur Ausgeglichenheit, das ist eine Revolution im Snooker!