Skisprung-olympiasieger raimund: „mehr olympisches flair erwartet“
Raimunds überraschende olympia-bilanz
Philipp Raimund, der Goldjunge im Skispringen, zeigte sich nach seinem olympischen Triumph überraschend kritisch. Trotz der glänzenden Medaille war er vom Gesamterlebnis seiner ersten Winterspiele etwas enttäuscht. Im Interview mit dem RND äußerte er seine Verwunderung über die Organisation der Spiele.

Fragmentierte wettkampforte trüben das olympische gefühl
„Dass die Wettkampforte so aufgesplittet waren, hat das olympische Flair verhindert. Da hatte ich mir ehrlich gesagt mehr erwartet“, so der Oberstdorfer. Die fehlende Konzentration der Athleten an einem zentralen Ort habe die besondere Atmosphäre beeinträchtigt, die man von Olympischen Spielen erwartet.

Wm-flair statt olympischer magie?
Raimund beschrieb das Gefühl vor Ort als beinahe vergleichbar mit einer Weltmeisterschaft. „Es sind die gleichen Leute um einen herum: die Langläufer, die Nordischen Kombinierer und die Skisprungdamen. Deshalb war das eher WM-Flair“, erklärte er. Die Nähe zu den anderen Sportarten sei zwar positiv gewesen, aber eben nicht das, was er sich unter einer Olympiade vorgestellt hatte.
Positive überraschungen im athletendorf
Dennoch gab es auch positive Aspekte. Raimund lobte die strengen Sicherheitskontrollen und die Vielfalt im Olympischen Dorf in Predazzo. „Dort waren ganz viele Nationen dabei, die man sonst nie sieht. Haiti und Island zum Beispiel. Das fand ich schon supercool“, berichtete er begeistert.
Nachwehen des triumphes und neuer fokus
Die Zeit nach seinem Sieg am dritten Wettkampftag sei nicht einfach gewesen. „Ich habe erst mal probiert, den Ball flach zu halten. Ich bin nach Hause gefahren, habe die Beine hochgelegt und den Kopf ausgeschaltet“, offenbarte Raimund. Die Flut an Medienanfragen sei extrem gewesen, was zu einem völlig neuen Fokus auf seine Person geführt habe.
Medienrummel und zukünftige herausforderungen
„Es sind Medienanfragen ohne Ende reingeprasselt, also das war wirklich extrem. Das ist jetzt ein ganz, ganz anderer Fokus auf mich“, resümierte der Skisprung-Olympiasieger. Er ist sich bewusst, dass sein Leben sich durch den Gewinn der Goldmedaille verändert hat und er sich den neuen Herausforderungen stellen muss. Die Anpassung an den plötzlichen Ruhm wird eine wichtige Aufgabe sein.
