Skispringen in mailand cortina: bittere entscheidung – deutschland verpasst bronze knapp
- Skispringen bei olympia: abbruch im super team – "brutal und sehr, sehr bitter" für deutschland
- Raimunds frust nach dem abbruch
- Der dramatische wettkampfverlauf
- Schusters analyse: jury-entscheidung richtig, aber unglücklich
- Deutschland mit gemischter bilanz
- Ausblick und kritik an der teamzusammensetzung
- Weitere beobachtungen von olympia
- Weitere artikel
Skispringen bei olympia: abbruch im super team – "brutal und sehr, sehr bitter" für deutschland
Eine Woche nach dem Goldjubel folgte für das deutsche Skisprungteam in Predazzo eine bittere Enttäuschung. Philipp Raimund und Andreas Wellinger verpassten im verschneiten Super-Team-Wettbewerb knapp um Zentimeter die Bronzemedaille. Nach dem wetterbedingten Abbruch brodelten die Emotionen. Eurosport-Experte Werner Schuster spricht von einer "sehr, sehr bitteren" Entscheidung, zieht aber insgesamt eine leicht positive Bilanz der Olympischen Spiele.
Raimunds frust nach dem abbruch
Mit leerem Blick stand Philipp Raimund im Auslauf von Predazzo. Dort, wo er eine Woche zuvor den größten Erfolg seiner Karriere feierte, erlitt er nun einen Rückschlag. Der Abbruch des Super-Team-Wettbewerbs, der ihm und Andreas Wellinger die Bronzemedaille verwehrte – lediglich 16 Zentimeter fehlten – traf den Olympiasieger hart. "Ich bin sehr unglücklich. Das kotzt mich gerade richtig an", erklärte er enttäuscht. Auch Wellinger äußerte sich frustriert ("Das ist total beschissen"), während Sportdirektor Horst Hüttel der Jury "professionelle Besonnenheit" bemängelte.

Der dramatische wettkampfverlauf
Zwischenzeitlich schien nach einem durchschnittlichen Sprung von Wellinger im dritten Durchgang alles verloren. Doch Raimund zeigte im zunehmenden Schneetreiben einen beeindruckenden Sprung – Bronze war plötzlich in Reichweite. Dann wurde der Wettkampf zunächst unterbrochen und schließlich abgebrochen. Die Wertung erfolgte nach zwei Durchgängen. Österreich gewann vor Polen und Norwegen. Deutschland landete auf Rang vier, nur 0,3 Punkte fehlten auf Bronze – das sind die schmerzhaften 16 Zentimeter.

Schusters analyse: jury-entscheidung richtig, aber unglücklich
Der ehemalige Bundestrainer Werner Schuster bewertete die Ereignisse differenziert. "In letzter Konsequenz war die Entscheidung der Jury sicherlich richtig. Hätte man den Durchgang fortgesetzt, wäre es sehr unfair geworden", so Schuster als Eurosport-Experte. Bei wechselnden Windbedingungen und sich verschlechternden Pistenverhältnissen sei die Wahl der richtigen Luke extrem schwierig gewesen. Er hinterfragte jedoch auch das Timing: "Entweder man hätte schneller weitermachen müssen oder eine Pause eingelegt – eine Viertelstunde, das passiert ja immer wieder. Aber ich vermute, bei Olympia herrscht Zeitdruck.".

Deutschland mit gemischter bilanz
Das Ergebnis sei "sehr, sehr bitter" für Deutschland. Emotional sei es "brutal", wenn am Ende nur drei Zehntel fehlten. Insgesamt habe dem Team "ein bisschen" gefehlt. Auch Martin Schmitt kritisierte vor Ort die Entscheidungsfindung der Jury. Trotz des verpassten Podests zog Schuster eine insgesamt positive Bilanz: "Man muss froh sein, wenn man eine Medaille macht – man hat eine Goldmedaille gewonnen, damit hätte man nicht gerechnet.".

Ausblick und kritik an der teamzusammensetzung
Weitere Medaillen seien möglich gewesen – Platz vier im Mixed, Platz vier im chaotischen Super Team. Die Damen seien etwas "unter den Möglichkeiten geblieben". Insgesamt müsse man daher "leicht positiv" bilanzieren, da immerhin auch Gold zu Buche steht. Schuster bemängelte, dass dem DSV die frühere Breite und Teamstärke fehlte. Der Druck lag auf Raimund und Felix Hofmann, Springern, die man ursprünglich nicht in dieser Rolle erwartet hätte: "Pius Paschke, Andreas Wellinger und Karl Geiger haben zu lange gebraucht, bis sie in die Saison hineingefunden haben".

Weitere beobachtungen von olympia
Auch abseits des deutschen Teams gab es interessante Erkenntnisse. Ryoyu Kobayashi blieb unter seinen Erwartungen. Tomasiak hingegen überzeugte mit drei Medaillen. Die Leistung von Stefan Kraft sei tragisch gewesen: "Er ist zehn Jahre lang Weltspitze, aber bei Olympia dann dreimal hintereinander nicht in Form.".
Weitere artikel
- "Unfassbar bitter": Abbruch bei deutscher Aufholjagd im Super Team
- Highlights: Schnee-Lotterie sorgt für Wirbel im Super Team
