Sinner zerlegt zverev in 57 minuten – neunte klatsche in serie
57 Minuten. 1:6, 2:6. Fertig. Alexander Zverev verlässt den Court Manolo Santana, als hätte jemand die Luft aus seinem Spiel gelassen. Jannik Sinner nimmt ihm in Madrid das Finale weg, als wäre es ein Trainingssatz. Die neunte Niederlage hintereinander gegen den Italiener – und keine zeigt so gnadenlos, wie weit der Weg noch ist.
Zverevs antwort auf die taktik-frage: „nö. sieht man ja.“
Schon vor dem Match hatte der Weltranglistendritte beim Sky-Mikrofon resigniert geantwortet, als man ihn nach einem Plan fragte. Acht Pleiten in Serie – was soll man da noch erfinden? Sinner liest Zverevs Aufschlag wie ein Kinderbuch, rückt früher in die Return-Position, spielt die Kreuz-Ballwechsel enger, schneller, präziser. Der Deutsche findet keine Lücke, kein Tempo, kein Muster. Die Statistik: 14 Winners, 26 unerzwungene Fehler. Ein Match, das sich anfühlt wie ein 6:0, obwohl zwei Games auf dem Papier stehen.
Die Höhenlage von Madrid, 700 Meter über dem Meer, früher Zverevs Revier – 2018 und 2021 triumphierte er hier. Doch diesmal wirkt der Court wie verkleinert, die Bälle springen Sinner entgegen, jede Linie scheint sich zu öffnen. Der 23-jährige Südtiroler spielt sich warm für Rom, wo ihn als einziges 1000er-Turnier noch ein Titel fehlt. Paris, der fehlende Grand Slam, wartet ab 24. Mai. Die Vorstellung in Madrid lässt keinen Zweifel: Sinner reist als Top-Favorit, auch ohne den verletzten Carlos Alcaraz.

Fünf masters in folge – ein neues kapitel tennisgeschichte
Mit dem 10. Sieg im 14. Duell schreibt Sinner Geschichte. Erst einmal hat ein Spieler fünf ATP-Masters hintereinander gewonnen: Paris 2025, Indian Wells, Miami, Monte Carlo, Madrid – und jedes Mal stand Zverev im Weg, jedes Mal schickte ihn Sinner nach Hause. Der Deutsche bleibt bei 24 Titeln, der letzte stammt noch aus München im April 2025. Seitdem Finalniederlagen gegen Daniil Medwedew in Rom, gegen Holger Rune in Monte Carlo, nun die Demontage in Madrid. Der Frust sichtbar: Zverev schlägt nach dem letzten Ballwechsel die Saite des Schlägers gegen das Bande, die Splitter fliegen.
Was bleibt, ist die nüchterne Erkenntnis: Sinner hat sich in eine eigene Liga gespielt. 57 Minuten, 9 Spiele, 2:6, 1:6 – Zahlen, die lauter schreien als jedes Interview. Zverev muss zurück an die Zeichenbrett, aber die Lösung gegen Sinner? Vielleicht gibt es sie einfach nicht. Der Italiener reitet weiter auf der Siegesserie, Zverev bleibt stehen – und der Countdown zu Paris läuft bereits.
