Sinner und opelka kassieren granollers/zeballos – doppel-crime bei indian wells

Jannik Sinner spielt wieder Doppel – und prompt erwischt es das Top-Duo Granollers/Zeballos. 6. März, Indian Wells: Die Losung lautet Vergeltung. Zweimal unterlag er den Spanier-Argentiniern, einmal gewann er. Nun treffen sie erneut aufeinander, und diesmal steht ein Preisgeld-Plus von 2,5 Millionen Dollar auf dem Tisch.

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Atlanta, vor fünf Jahren: Sinner und Reilly Opelka schnappten sich ihren ersten gemeinsamen Titel. Die Presse lachte, die Konkurrenz schmunzelte. „Ein Spaß, der sich lohnt“, sagte Opelka damals. Heute ist der Spaß ein Kalkül. Beide haben nichts zu verlieren, alles zu gewinnen. Sinner bringt Reflex, Opelka bringt 2,11 m Aufschlagmasse. Die Gegner bringen Erfahrung: Granollers und Zeballos standen 2024 im Finale von Indian Wells, gewannen Dallas und waren in Melbourne im Halbfinale.

Die Statistik? 2:1 für die Spezialisten. Doch Statistiken gelten nur, bis jemand sie ignoriert. Sinner kennt das Gefühl, sich gegen ein favorisiertes Doppel durchzubeißen – Monte Carlo 2023, mit Schwartzman an seiner Seite. Er weiß, wo die Lücken sind. Er weiß auch, dass er nicht 19 mehr ist, sondern 24 und Weltklassespieler.

Das tableau explodiert

Das tableau explodiert

Djokovic meldet sich mit Tsitsipas an. Zverev wirft Melo an die Seite, frisch gebackene Acapulco-Sieger. Medvedev und Tien spielen gemeinsam – nach einem Jahr voller Einzel-Fights plötzlich Partner. Die ITF hat das Preisgeld erhöht, und die Stars folgen dem Geld. Darderi/Cerundolo, Cobolli/Moutet, Vavassori/Erler – das Feld liest sich wie ein Who-is-Who der Twitter-Tennisbubble. Kein Turnierinneres Netz, keine Routine-Ghettos. Jeder kann jeden schlagen.

Die erste Runde ist ein Festival der Selbstüberbietung. Bublik/Maroszan gegen Doumbia/Reboul, zwei Franzosen, die auf Sand aufwuchsen und auf Hartplatz nur noch schneller werden. Davidovich Fokina/Fils lauern im Viertelfinal-Fahrwasser. Arevalo/Pavic, die Regierenden von Wimbledon, warten auf Djokovic/Tsitsipas. Der Serbe will den Doppel-Maestro-Titel, der Grieche will endlich ein Racket in der Hand behalten, das nicht nach Break klingt.

Die Italiener? Fünf an der Zahl. Berrettini, Cobolli, Sonego, Vavassori – und eben Sinner. Keiner von ihnen ist gesetzt, alle sind gefährlich. Die Sonne über Indian Wells brennt hart, der Ball fliegt noch härter. Die Wüste mag keine Favoriten, sie mag nur Geschichten.

Die Geschichte von Sinner und Opelka beginnt neu. Wenn sie Granollers/Zeballos schlagen, ist der Kreis geschlossen. Wenn nicht, war es trotzdem ein Statement: Einzel-Helden wagen sich aus ihrer Komfortzone. Und manchmal reicht schon ein einziger Aufschlag, um ein ganzes Turnier zu erschüttern.