Sinner übersteht wimbledon-premiere mit schrecksekunde!
London – Jannik Sinner hat sich eine Achterbahnfahrt in Wimbledon geleistet. Der Weltranglistenerste, als Titelverteidiger ins Turnier gestartet, musste im ersten Satz gegen Miomir Kecmanovic einen Rückstand verkraften und erlebte dann eine beinahe dramatische Szene, bevor er sich letztlich mit 6:4, 3:6, 7:6 (7:8), 6:2, 6:3 durchsetzte.

Ein ausrutscher, der hätte schaden können
Die Partie war von Anfang an ein Duell auf Augenhöhe. Kecmanovic nutzte Sinners anfängliche Nervosität aus und ging mit 4:6 in Führung. Doch der Italiener zeigte seine Klasse und konterte mit einem gewonnenen zweiten Satz. Im dritten Satz kam es dann zur Szene, die für einige Momente die Luft anhalten ließ: Sinner verlor bei einer Richtungsänderung das Gleichgewicht und rutschte auf dem Rasen aus. Er blieb kurz auf dem Untergrund liegen, bevor er sich wieder aufrappelte. „Ich hätte mich verletzen können, ich hatte Glück“, gab Sinner im Anschluss zu.
Seine Vergangenheit als Skifahrer schien ihm in dieser Situation kurzzeitig zu helfen, wie er selbst betonte. „Es gibt Bewegungen, die du nicht kontrollieren kannst – das ist Instinkt. Skifahren kann einem in bestimmten Situationen helfen, aber nicht, wenn man stürzt. Dann hat man keinerlei Kontrolle mehr“, erklärte Sinner, der die Erfahrung offenbar noch einmal verarbeitete. Die Schrecksekunde schien ihn aber nicht weiter zu beeinflussen, denn im vierten Satz dominierte er das Geschehen und sicherte sich den Satz deutlich. Auch im Entscheidungssatz hielt er den Druck stand und brachte Kecmanovic keine Chance.
Die Zahl spricht für sich: Sinner gewann 13 von 16 Breakpoint-Chancen und bewies seine Nervenstärke, als es am wichtigsten war. Das Publikum im Centre Court belohnte die kämpferische Leistung des Italieners mit stehenden Ovationen.
Mit diesem knappen Sieg ist Jannik Sinner erfolgreich in die Verteidigung seines Titels gestartet. Seine nächste Aufgabe wird zeigen, ob er die Form der letzten Saison wiederfinden kann. Die Konkurrenz in Wimbledon ist dieses Jahr hochkarätig, und Sinner wird sich auf weitere schwere Schlachten einstellen müssen.
