Sinner auf dem weg zum grand slam? wilander und corretja warnen vor körperlicher belastung
Jannik Sinner steht kurz vor dem Triumph bei den French Open – zumindest sehen es die Experten Mats Wilander und Àlex Corretja so. Der Weltranglistenerste ist der strahlende Favorit in Roland-Garros, insbesondere nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Carlos Alcaraz. Doch trotz seiner beeindruckenden Form gibt es eine Warnung: Die körperliche Belastung könnte zum Stolperstein werden.
Der „career golden masters“ und die erwartungen
Sinner krönte sich kürzlich beim Masters in Rom mit dem „Career Golden Masters“ – ein historischer Erfolg, der ihn zu einem der dominantesten Spieler der Tennisgeschichte macht. Sechs Masters-Turniere in Folge ohne Niederlage sprechen eine deutliche Sprache. Die Erwartungen an den Südtiroler sind enorm, und die Experten sind sich einig: Er ist im Moment in Topform und nahezu unschlagbar, solange er bereit ist zu spielen.
Àlex Corretja, der zweimalige French-Open-Finalist, zeigte sich beeindruckt von Sinners Leistung in Rom: „Was er dort gezeigt hat, ist schlichtweg außergewöhnlich. Seine Konstanz, seine Aggressivität und sein Selbstvertrauen sind beeindruckend.“ Er betont, dass Sinner selbst spürt, dass er der Überlegene ist, was ihm einen psychologischen Vorteil verschafft.

Wilanders warnung: die körperliche herausforderung
Doch Mats Wilander, der siebenmalige Grand-Slam-Champion, mahnt zur Vorsicht. Er sieht die anderen 127 Spieler als potenzielle Gefahr, insbesondere wenn Sinner mehrere lange und intensive Matches hintereinander bestreiten muss. „Das Einzige, was Jannik Sinner am Sieg in Paris hindern kann, sind die anderen 127 Spieler – sie müssten sich zusammentun und ihn körperlich maximal fordern.“
Die körperliche Verfassung könnte entscheidend werden. Wilander glaubt, dass andere Profis die Gelegenheit nutzen könnten, wenn Sinner an seine Grenzen stößt. „Technisch und taktisch ist er im Moment allen anderen ein Stück voraus“, räumt Wilander ein, „aber die Ausdauer ist ein anderer Faktor.“
Es wird weniger von den Gegnern abhängen, so Corretja, als davon, ob Sinner körperlich und mental zu 100 Prozent bereit ist. Spieler wie Casper Ruud, Daniil Medvedev oder Sascha Zverev könnten durchaus Probleme bereiten, aber Sinner scheint sich seiner Stärke bewusst zu sein.
Die French Open bieten Sinner die Chance, den Karriere-Grand-Slam zu vervollständigen – ein historischer Moment, der ihn endgültig in den Kreis der Tennislegenden katapultieren würde. Ob er diesen Schritt tatsächlich gehen kann, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Die Experten sind gespannt, wie Sinner mit dem Druck und der körperlichen Belastung umgehen wird.
Die Aussagen von Wilander und Corretja lassen den Gegnern wenig Hoffnung, aber sie verdeutlichen auch die Herausforderung, die auf Sinner in Roland-Garros wartet. Es ist ein Balanceakt zwischen Dominanz und Ausdauer, und nur wer beide Aspekte beherrscht, kann den Titel holen.
