Var-moment: wenn der hunger nach dem jubel kommt!
Ein Tor, ohrenbetäubender Jubel – und dann plötzlich Stille. Der Schiedsrichter hebt den Arm, der VAR greift ein. Diese Momente des abrupten Stopps sind längst mehr als nur frustrierend: Eine neue Studie belegt, dass sie messbar Stress und sogar Hunger auslösen.
Die psychologische achterbahnfahrt im var-moment
Die Faszination des Fußballs liegt oft im ungestümen Ausleben von Emotionen. Doch der VAR-Eingriff nach einem Tor durchbricht diese Dynamik auf brutale Weise. Gut ein Drittel der europäischen Fans (33 %) bezeichnet diesen Moment als den größten Frustmoment überhaupt. Direkt gefolgt vom bangen Warten auf die Entscheidung (32 %) und der Ungewissheit über die Bewertung (31 %). Die Zahlen sind alarmierend, aber sie spiegeln nur die Spitze des Eisbergs wider.
Denn was die Studie nicht vollständig erfasst, ist das Gefühl der Orientierungslosigkeit, das in diesen Sekunden aufsteigt. Zählt das Tor oder nicht? Jubeln oder zurücknehmen? Die Zeit scheint stillzustehen, während die Fans zwischen Hoffnung und Enttäuschung hin- und hergerissen sind. Manche starren gebannt auf das Spielfeld, als könnten sie die Entscheidung herbeizaubern, andere geraten in hitzige Diskussionen mit Fremden, als würden sie sich schon ewig kennen.
Der Körper reagiert – mit Appetit. Tatsächlich zeigen die Ergebnisse, dass 43 % der Fans in dieser Phase spürbare Unruhe empfinden und bei 26 % sogar der Puls steigt. Und was passiert dann? Der Körper schickt ein Signal: Hunger. Absurd, angesichts von Millimeter-Abseitsentscheidungen, aber typisch für den menschlichen Organismus. Stress, Warten, Kontrollverlust – der Körper sucht nach einem Ausgleich.

Von hobby-schiedsrichtern und verschwörungstheorien
Jeder kennt ihn: Den einen im Block, der sich zum Experten aufschwingt, sobald der VAR eingreift. Mit Bauchgefühl und einer sehr freien Interpretation der Regeln erklärt er, warum die Entscheidung richtig oder falsch war. Zwei Reihen weiter wird bereits die Verschwörung gewittert. Und irgendwo dazwischen steht der normale Fan, der einfach nur wissen will, ob er jetzt weiterfeiern darf.
Die meisten suchen Ablenkung. Das Handy wird gezückt, Nachrichten werden gelesen, ein Snack geholt. Nicht geplant, sondern ein spontaner Impuls, der von dem inneren Aufruhr ausgelöst wird. Ein kurzer Reset, eine Belohnung für das Mitfiebern – ein Biss, der die Nervosität kurzzeitig betäubt.

Der var bleibt – und die spannung auch
Die Diskussionen um den VAR werden uns wohl noch lange begleiten. Und auch dieses kollektive Innehalten, wenn Tausende gleichzeitig auf eine Entscheidung warten, wird nicht verschwinden. Aber vielleicht sollten wir diesen Moment nicht als Störfaktor betrachten, sondern als Teil der Spannung. Denn zwischen dem totalen Ausrasten und dem entspannten Zuschauen liegt oft nur ein Katzensprung. Ein kurzer Reset, ein Biss – und dann geht das Spiel weiter. Der VAR verändert das Spiel, aber er kann auch die Art und Weise, wie wir es erleben, bereichern.
Die Studie von Snickers zeigt: Im VAR-Moment sind wir vielleicht nicht immer ganz uns selbst. Aber wir finden schnell wieder zurück – und das mit einem vollen Magen.
