Sinner auf dem weg zum grand slam? vagnozzis einschätzung
Madrid – Jannik Sinner, aktuell die Nummer 1 der Welt, scheint in blendender Form zu sein. Sein Trainer Simone Vagnozzi hat in Madrid aufhorchen lassen, als er die Ambitionen des jungen Italieners vor dem Masters 1000 Turnier deutlich machte. Während der Tenniszirkus sich fragt, ob Sinner wirklich bereit ist, die absolute Spitze zu erobern, gibt Vagnozzi eine überraschend selbstbewusste Prognose ab.
Die schatten alcaraz' – eine chance für sinner?
Die Abwesenheit von Carlos Alcaraz auf Sandplatz war natürlich spürbar, doch Vagnozzi sieht darin weniger eine Bedrohung als vielmehr eine zusätzliche Chance für Sinner. „Natürlich bedauern wir die Situation mit Carlos. Wir wünschen niemals Unheil für andere Spieler, und erst recht nicht für ihn, mit dem wir ein sehr gutes Verhältnis haben“, erklärte der Coach. „Aber es ist nun einmal so. Diese Top-Spieler fordern sich täglich am Limit heraus, und Verletzungen können jedem passieren.“
Die Erwartungen an Sinner sind immens, und der Druck, die entstandene Lücke zu füllen, ist enorm. Vagnozzi scheint sich dessen bewusst zu sein, betont aber, dass sein Schützling jeden Tag besser wird und die nötige mentale Stärke besitzt, um mit dem zusätzlichen Druck umzugehen.

Der roland garros-traum und die arbeit am detail
Das erklärte Ziel der Saison ist klar: der Triumph bei den French Open. Für Sinner wäre dies der erste Gewinn eines Grand-Slam-Titels und der ersehnte Karriere-Grand-Slam-Vollständigung. Die Erinnerung an das letztjährige Finale, in dem er die Chance zur Grand-Slam-Vollendung verpasste, mag schmerzen, doch Vagnozzi blickt nach vorne. „Wir müssen versuchen, die Abwesenheit von Carlos zu vergessen. Bei den French Open müssen wir sieben Matches gewinnen, in Rom sechs und in Madrid eben nur eines. Wir konzentrieren uns von Tag zu Tag.“
Darren Cahill und Vagnozzi haben in den letzten Jahren eine beeindruckende Transformation bei Sinner vollzogen. Aus einem reinen Schlagballspieler haben sie einen kompletten Allround-Spieler geformt. „Wir haben uns von Beginn an darauf konzentriert, Jannik zu einem Spieler zu machen, der nicht nur von der Grundlinie aus agiert, sondern auch am Netz gefährlich wird. Die kurzen Bälle und die Aufnahmen sind dabei essenziell auf Sand.“
Vagnozzis Worte sind ein klares Signal: Sinner hat noch Luft nach oben. „Wir sind noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angelangt. Das ist gut so, denn es ist schwierig für einen Spieler, motiviert zu bleiben, wenn er glaubt, sein Potenzial bereits ausgeschöpft zu haben.“
Mit einem Sieg gegen Alexander Zverev in Madrid könnte Sinner nicht nur seinen Rivalen Alcaraz weiter distanzieren, sondern auch den Titel des jüngsten Spielers krönen, der mindestens acht Masters 1000-Turniere gewonnen hat. Ein weiteres Kapitel in der aufregenden Karriere eines außergewöhnlichen Tennisspielers.
