Simnica patzt, aue stirbt: 0:1 in regensburg bedeutet das achte k.o. in folge

Das war kein Ausrutscher mehr, das ist ein freier Fall. Beim 0:1 in Regensburg lieferte Erzgebirge Aue eine neue Folge der Serie „Wie wir uns ins Abstiegsgespräch schießen“ – und diesmal war Luan Simnica der Mann, der den Stein ins Rollen brachte. Nach neun Minuten spielte er Richtung Martin Männel, aber nur bis zur Füßlinghöhe von Philipp Müller, der aus 20 Metern eiskalt einschob. Die achte Niederlage nacheinander, zwölf Punkte Luft bis zur Rettung – die Uhr tickt jetzt lauter als der Regensburger Jahn-Chor.

Shubitidze/kern starten mit dem alten albtraum

Das Interims-Duo Kvicha Shubitidze und Enrico Kern wollte Impulse, kassierte aber den gleichen Fehler wie seine Vorgänger: ein individueller Blackout, der das ganze Konstrukt wackeln lässt. Statt die frühe Kaltschock-Phase zu nutzen, verfiel Aue in das bekannte Muster: viel Ball, wenig Durchschlagskraft. Tristan Zobel köpfte aufs Tornetz (30.), Moritz Seiffert und Ricky Bornschein testen Felix Gebhardt (37./39.), doch der Regensburger Schlussmann wirkt wie ein letzter Schalter, bevor der Gegner ins Leere stürzt.

Nach der Pause dann der vermeintliche Befreiungsschlag: Julian Guttau zirkelt einen Freistoß aus 25 Metern, Gebhardt fingert über den Querbalken (48.). Die Veilchen drücken, aber der Ball will nicht rein. Bornschein und Erik Weinhauer scheitern aus fünf Metern (54./64.), Julian Günther-Schmidt köpft in die Arme des Keepers (87.). Regensburg? Macht hinten zu, lässt Lucas Hermes zwei Konter sausen (68./83.), die nichts einbringen – aber auch nichts kosten. Am Ende jubelt der Jahn, Aue aber steht da wie ein Boxer, der alle Runden gewonnen und trotzdem K.o. geht.

Zwölf punkte, neun spiele, ein hauch von resignation

Zwölf punkte, neun spiele, ein hauch von resignation

Die Zahlen sind längst keine Warnung mehr, sie sind ein Todesurteil. Neun Partien hat Aue noch, muss dabei dreimal so viele Zähler holen wie in den letzten 18 Spielen zusammen. Die Tabelle lügt nicht: Wer acht Mal in Folge verliert, der hat sich selbst abgestiegen. Shubitidze sprach nach dem Schlusspfiff von „fehlender Effizienz“, doch das klingt wie ein Arzt, der vom „leichten Schnupfen“ erzählt, während der Patient die Organe ausschaltet.

Am Sonntag kommt der MSV Duisburg, ein direkter Konkurrent im Keller. Kein Spiel mehr, um „Moraleffekte“ zu suchen. Für Aue ist jedes weitere Patzer ein Schritt Richtung Regionalliga, und die Liga hat den Veilchen längst den Rücken gekehrt. Wer so oft vor dem Tor strauchelt, der findet am Ende auch nicht mehr den Weg zurück in die Kabine. Die Saison ist nicht mehr zu retten – sie ist nur noch zu beenden.