Signell bläst zur jungbrunnen-offensive – oranje vor dem em-trip

Die EM ist gebucht, doch Henrik Signell schielt schon auf 2025. Der niederländische Bondscoach nominierte gestern ein Aufgebot, das mehr Wegweiser als Sieg-Garantie ist: vier Bundesliga-Außenstationen, fünf Debütantinnen, null Sentimentalität.

Metzingen, halle, buxtehude – die deutsche liga liefert den rohstoff

Lois van Vliet, Lynn Molenaar, Isa Ternede und Sharon Nootmeer kennen die Tempo-Maschinen aus der DHB-Elternserie. Für sie beginnt in Florenz und gegen Sarajewo ein Crashkurs, den kein Video ersetzt. „Wir wollen Spitzenspiele, nicht Sparringspartner“, sagte Signell nach der Schweiz-Doppelpackung, die Platz eins schon sicherte.

Die Rechnung: Wer heute gegen Italien besteht, darf sich 2024 nicht mehr verstecken. Kim Molenaar und Ivana Kwakman schafften den Sprung vom Nachwuchs in die A-Kader-Whatsapp-Gruppe, ohne Umwege über Erfahrungsrhetorik. „Junge Spielerinnen wachsen nicht auf der Bank, sondern im Feuer“, zitierte der Schwede seine eigene Maxime.

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Signell verbannte Routine nicht, er stellt sie vor neue Konkurrenz. Bianca Schanssema behält den Kasten, aber Nikki van der Vorst spielt endlich vor heimischem Publikum in Amsterdam. Daphne Luchies ist Mittelmann, doch Ivana Kwakman darf neben ihr auflaufen – ein Signal an jede Position: Leistung schläft nicht im Vertrag.

Die Gruppe ist entschärft, der Gegner nicht. Italien schwankte zwischen Gala und Krampf, Bosnien nutzte die Punkte-Schere. Signell: „Auf dem Papier sind die Azzurre stärker, aber Papier fliegt beim ersten Kreislauf in die Ecke.“ 2700 Zuschauer in der Florenz-Halle werden Testlabor und Thermometer zugleich.

Erste Bilanz schon jetzt: 16 Spielerinnen, 10 Vereinsligen, ein gemeinsamer Countdown. Wenn der Schlusspfiff in Sarajewo ertönt, weiß Oranje nicht nur, wer 2024 dabei ist, sondern wer 2025 trägt. Signell hat den Zeitplan gesetzt, die Bundesliga liefert den Stoff – und die EM ist längst nur noch Zwischenhalt auf dem Weg nach Budapest.