Shane larkin verlässt anadolu efes nach acht jahren – das ende einer ära
Der amerikanische Point Guard Shane Larkin hat seine Zeit bei Anadolu Efes Istanbul beendet. Seit 2018 prägte er den türkischen Verein wie kaum ein anderer Spieler zuvor – als Kapitän, als Rekordhalter, als Legende.
Wie aus einem außenseiter ein europäisches schwergewicht wurde
Larkin kam als relativ unbekannter NBA-Abgänger. Was folgte, war die glorreichste Phase der Vereinsgeschichte. Unter Trainer Ergin Ataman gewann Efes 2021 und 2022 die EuroLeague – beide Male mit Larkin als emotionaler und spielerischer Anführer. Die Partnerschaft mit dem Serben Vasilije Micic entwickelte sich zum dominanten Backcourt des Kontinents.
Aber die Zahlen allein erzählen nicht die ganze Geschichte. Drei Meisterschaften, ein Pokal, vier Präsidenten-Cups – das ist die Trophäensammlung. Die wahre Bedeutung liegt woanders. Larkin wurde 2020 türkischer Staatsbürger und führte die Nationalmannschaft zur Silbermedaille bei der EuroBasket 2025. Für die Fans war er längst kein Importspieler mehr.

Der abschied, der keine überraschung war
Diese Saison lief anders. Eine Leistenoperation ließ Larkin nur zwölf EuroLeague-Spiele bestreiten. Die Statistik dennoch beeindruckend: 15,2 Punkte und 4,2 Assists pro Partie. Doch die körperliche Einschränkung passte nicht mehr zum Anspruch eines Spielers, der 2025 in die Liste der 25 besten EuroLeague-Spieler aller Zeiten aufgenommen wurde.
Der Verein verabschiedete ihn mit Worten, die selten in der Profisport-Branche fallen: „Nicht nur ein Basketballspieler, sondern ein Vorbild für Kinder.“ Der Spitzname „Sugar Shane“ – einst ironisch gemeint, heute Ehrentitel.
Die Frage, wo Larkin als nächstes aufläuft, bleibt offen. Seine Karrierestationen – Miami, Brooklyn, Boston in der NBA, anschließend Baskonia Vitoria – zeigen einen Spieler, der stets nach der optimalen sportlichen Herausforderung suchte. Mit 32 Jahren dürfte die letzte große Entscheidung anstehen. Die Türkei wird ihm fehlen. Oder umgekehrt.
