Sgarbossa wechselt zu rapperswil – lugano verliert top-scorer

Mike Sgarbossa packt schon wieder die Koffer. Der Kanadier, der erst im Sommer aus der AHL nach Lugano gekommen war, schlägt innerhalb der National League bereits zum zweiten Mal auf – und zwar dauerhaft. Die Rapperswil-Jona Lakers haben sich laut «Blick» die Rechte an dem 31-Jährigen gesichert, obwohl er in Tessin noch bis 2027 unter Vertrag steht.

Ein wechsel, der die liga erschüttert

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 27 Spiele für Lugano, dabei neun Tore und neun Assists – das reichte den Verantwortlichen offenbar nicht. Nachdem der Center im Januar mehrfach draußen saß, half ihn der SC Bern aus der Patsche. Dort schoss er in zwölf Partien 13 Punkte und wurde zur treibenden Kraft. Ein Aufenthalt, der sich für Bern auszahlte, für Lugano aber zur Bringschuld wurde.

Die Konsequenz: ein Deal, der den Transferrekord der Schweizer Liga wohl nach oben schraubt. Denn Sgarbossa ist kein ordinärer Spieler. 93 NHL-Einsätze, unzählige AHL-Playoffs, ein Ruf als Playoff-Performer. Genau das wollen die Lakers. Nach dem Ausrutscher gegen Davos (1:18) zeigt der Klub Handlungswillen. Mit Sgarbossa holt man einen gestandenen Scorer, der in der heißen Phase der Saison nicht von der Rolle kommt.

Lugano verliert, rapperswil gewinnt

Lugano verliert, rapperswil gewinnt

Die Hintergründe bleiben undurchsichtig. HC Lugano schweigt zu den Modalitäten, bestätigt aber, dass man sich «sportlich neu ausrichtet». Sprich: Der Kanadier passt nicht mehr ins Profil. Ein Affront, wenn man bedenkt, dass der Stürmer mit 0,67 Punkten pro Spiel effizienter war als so mancher Stammgast. Doch das Tessiner Zahlenwerk zählt offenbar nur bedingt.

Für Rapperswil ist der Zug ein Meisterstück. Die Lakers haben seit Jahren den Anspruch, sich in der oberen Tabellenhälfte festzubeißen. Mit Sgarbossa bekommt man einen Center, der Face-offs gewinnt, Powerplay-Tore schießt und die Kabine mit NHL-Erfahrung füllt. Die Fans haben bereits Kanadier-Fahnen bestellt. Der erste Test steigt am 1. September im Cup-Duell gegen Zug.

Ein Wechsel also, der alle Beteiligten in neues Fahrwasser bringt. Lugano spart Gehalt, Rapperswil erhält Branding-Effekt, Sgarbossa bekommt Eiszeit. Und die Liga? Die bekommt eine Geschichte, die bis zum Playoff-Ende reichen kann.