Sevilla stürzt ab: 0-2 gegen valencia – almeyda vor dem aus

Ramón Sánchez-Pizjuán kochte nicht, er erstickte. Ein Stadion voller Erwartung schwieg sich angesichts eines Teams tot, das sich selbst zerlegte. Der Sevilla FC verlor am Sonntagabend mit 0-2 gegen Valencia CF und rutschte damit auf Platz 17 – nur drei Punkte über dem Strich.

Chaostheater in drei akten

Die Partie war keine 90 Minuten lang, sie war ein einziger Fehlerloop. Sevilla begann mit einem gewagten 3-4-3, stellte vier Neue auf und wollte Druck machen. Was folgte, war ein Passchaos, das schon nach acht Minuten das erste Buhlen provozierte. Valencia ließ den Ball laufen, wartete auf den nächsten Selbstbiss – und wurde belohnt.

Azpilicueta musste nach 37 Minuten ausgewechselt werden, weil seine Adduktoren den Plan nicht kannten. Matías Almeyda schickte statt eines Verteidigers den Stürmer Akor Adams auf rechts außen – ein Move, der selbst den Co-Trainer die Stirn runzeln ließ. Sekunden später schlitterte ein Alexis-Rückpass genau in die Fußspitzen von Hugo Duro, der Ramazani bediente. Odysseas parierte, Duro nagelte den Abpraller zum 0-1 unter die Latte.

Noch vor der Pause legte Valencia nach: Rioja tanzte Kike Salas aus, Agoumé trabbelte nebenher wie ein Jogger, und wieder war Ramazani frei. 0-2, Fluchtbeginn in den Tribünen, Pfiffe, die bis in die Nacht hallten.

Almeydas labor ohne rezept

Almeydas labor ohne rezept

In der Kabine schien der Argentinier die Anleitung verlegt zu haben. Drei Wechsel zur Pause, zwei weitere nach 65 Minuten – kein System, nur Verzweiflung. Mendy brachte kurz Schwung, doch wer erwartet, dass ein Sechser plötzlich als Flügelsprinteur wirbt, hat das Spiel nicht verstanden. Ejuke und Januzaj blieben sitzen, stattdessen lief Castrín als falscher Neuner auf – ein Experiment, das wie ein Scherz wirkte.

Die Statistik ist gnadenlos: 14 Niederlagen, 25 Gegentore in den letzten zehn Heimspielen, nur 22 Tore vorne. Die Tabelle lügt nicht, sie spuckt nur aus, was sich auf dem Rasen abzeichnete: ein Club, der sich selbst entzaubert hat.

Endspiel ostern – ohne trainer?

Endspiel ostern – ohne trainer?

Am Ostersonntag geht’s nach Oviedo. Dort wird Sevilla nicht nur um drei Punkte spielen, sondern um die Saison, vielleicht um den Coach. Almeyda hat sein fünftes Sperren-Spiel abgesessen, doch die sportliche Strafe droht ihm trotzdem: die Entlassung. Die Geschäftsführung schweigt, aber schon Montagabend kursierten Namen wie Michel oder Garitano durch die Gänge.

Die Fans tragen bereits weiße Tücher – nicht zur Feier, sondern als Zeichen der Leere. Wer am Sonntag in den Bus nach Asturien steigt, muss wissen: Verliert Sevilla dort, rutscht es erstmals seit 22 Jahren auf einen Abstiegsplatz. Die Uhr tickt lauter als je zuvor.