Senegals trainer pfeift auf mbappé: „wir sind besser als frankreich“
Pape Thiaw legt sich mit der Weltmeister-Elf an. Gerade mal 65 Tage vor dem WM-Auftakt erklärt der Senegal-Coach sein Team zur Supermacht Nummer eins – und lässt dabei selbst Kylian Mbappé & Co. alt aussehen.
Die Afrikameister sind auf Sieges-Tour, die Trophäe noch staubfrisch im Koffer, da schmeißt Thiaw schon den nächsten Paukenschlag. „Frankreich ist gut, keine Frage“, sagt er trocken. Dann kommt der Satz, der in Dakar und Paris für Gänsehaut sorgt: „Aber wir sind im Moment stärker.“

Norwegen wird zum geheimfavoriten hochstilisiert
Warum sich Thiaw so sicher fühlt? Er hat einen neuen Maßstab. Nennt ihn Norwegen. „Das ist Europas beste Mannschaft, sogar ohne Haaland und Odegaard“, wettert der Trainer. Die Skandinavier hatte er am Telefon, kurz bevor sie im Test gegen Serbien ohne ihre Stars verloren. Für Thiaw zählt nur die Tendenz: Ballbesitz, Pressing, Laufwege – alles Studienmaterial für Senegal.
Gruppe 1 wird zur Pulverfass. Frankreich, Norwegen, Senegal – und entweder Irak oder Bolivien. Vier Tage nach der Auslosung schon jetzt als „Todesgruppe“ gehandelt. Thiaw lacht das weg. „Wir wollen nicht nur dabei sein, wir wollen die Gruppe gewinnen.“
Seine Spieler haben ihn verstanden. In der Kabine steht ein Whiteboard. Darauf: vier rote Kreuze – die restlichen Testspiele vor der WM. Gambia folgt, dann Burkina Faso, ein Geheimspiel gegen Marokko und ein letzter Härtetest gegen Kamerun. „Jeder Gegner kriegt ein eigenes Video“, verrät Analyst Mamadou N’Diaye. 120 Minuten Schnitt pro Match, individuelle Taktik für jeden Gegner.
Thiaw spielt bereits Schach, während andere noch Darts trainieren. Frankreich habe zwar „Superstars“, aber „wir haben elf davon auf jeder Position“. Die Worte hallen nach. In der Rue 9 in Dakar skandieren Jugendliche schon jetzt „Mbappé, wir kommen“ – mit einem Poster, auf dem Thiaw neben einem Löwen posiert.
Und Norwegen? Die haben laut Thiaw „keine Schwäche außer der, dass sie glauben, Haaland allein würde reichen“. Provokant, mutig – typisch Pape. Er weiß: Wer vor der WM die größte Klappe hat, spielt danach entweder im Finale oder fliegt als Clown heim.
Am 15. Juli, 20:00 Uhr Ortszeit in Melbourne, trifft Senegal auf Norwegen. Thiaw schließt das Interview mit einem Satz, der auch für Frankreich gilt: „Wir haben nichts zu verlieren – außer eben das Turnier.“ Die Trophäe aus Afrika ist schon eingepackt. Die nächste soll folgen.
