Senegal raus, marokko cup-sieger: afrika-coup nach 60 tagen
Die Caf hat zurückgerudert. Zweimal. Zuerst verlor Marokko das Afrika-Cup-Finale 2025 mit 0:1 gegen Senegal, dann kassierte das maghrebinische DFB-Gericht die Proteste der Atlaslöwen ab – um sie nun, 60 Tage später, doch zu akzeptieren. Ergebnis: Senegal wird mit 3:0 a tavolino bestraft, der Pokal wandert nach Rabat.

Warum der appell entschied – und was das spiel kostet
Der Knackpunkt ist jene 93. Minute in Casablanca, als Brahim Díaz einen umstrittenen Elfmeter verschoss und die senegalesische Mannschaft daraufhin in den Katakomben verschwand. Obwohl die Teranga-Löwen nach fünf Minuten zurückkehrten und in der 94. Minute durch Pape Gueye doch noch trafen, reichte der Zwischenfall, um die Caf-Appellkammer aufzurütteln.
Artikel 84 des Afrika-Cup-Reglements sieht bei spielfreiem Rückzog ein 3:0-Walkover vor. Die Disziplinarkommission hatte die Paragrafen-Drohkulisse noch als unverhältnismäßig abgetan. Das Appeal Board nun nicht mehr.
Die Folgekaskade ist brisant: Marokko kassiert den Titel, Senegal erstmals seit 2022 keine Trophäe. Dazu reduziert die Caf die Sperre für Marokkos Ismaël Saibari von zwei auf ein Spiel (auf Bewährung) und strafft die Geldstrafen wegen Laserpointern und Balljungen-Chaos auf 60.000 Dollar zusammen.
Die senegalesische FF verweist auf „völkerrechtswidrige Willkür“ und kündigt CAS-Anlauf an. Die Marokkaner feiern indes den zweiten Cup nach 1976 – ohne Siegtor in der Endrunde, dafür mit juristischem Endspiel. Die Botschaft: Wer den Platz verlässt, verliert. Auch wenn er danach zurückkommt.
Für den Kontinentalverband ist der Fall ein Eigentor. Erst präsentierte die Caf eine technisch einwandfreie VAR-WM, nun katapultiert sie sich mit einem Rückzieher ins Ziel der Lächerlichkeit. Sponsor TotalEnergies reagierte noch nicht, doch die TV-Rechteverhandlungen für 2027 laufen bereits. Die Märkte mögen Kontinuität – die Caf liefert ein Chaos. Die Zuschauer werden sich erinnern: Ein Finale, zwei Resultate, null Sieger auf dem Rasen.
